Tandem:
Zusammenarbeit zwischen dem Eduard-Spranger-Berufskolleg und der
Justizvollzugsanstalt Gelsenkirchen
Schon viele Jahre gibt es eine enge Zusammenarbeit zwischen
der Justizvollzugsanstalt Gelsenkirchen (JVA) und dem
Eduard-Spranger-Berufskolleg (ESBK). Seit Herbst 2009 arbeiten nun die beiden
Institutionen im aus EU-Mitteln geförderten Projekt XENOS/Tandem zusammen.
Zentrales Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, die berufliche Reintegration von
jungen Strafgefangenen zu verbessern.
Zu diesem Zweck wurde u.a. ein Modul zur Berufsorientierung entwickelt. In
diesem Modul haben die Jungtäter der JVA die Gelegenheit, Berufsfelder
ausfindig zu machen, die ihren Wünschen und Neigungen entsprechen. Im Anschluss
daran wird überprüft, inwieweit die geäußerten Berufswünsche sich mit dem
Stärken- und Schwächenprofil der jungen Straftäter decken und in welchem
Umfang noch Qualifizierungsbedarf besteht. Ergebnis dieses Abgleichs von
Qualifikationsbedarf in den jeweiligen Berufsfeldern und dem Kompetenzprofil ist
ein Förderplan, der für jeden Jungtäter individuell erstellt wird.
Die Förderung der Jungtäter beinhaltet je nach Bedarf Grundlagen der deutschen
Sprache sowie Mathematik. Außerdem werden die jungen Strafgefangenen darin gefördert,
sich mit Hilfe von aufbereiteten Materialien über Anforderungen von Berufen zu
informieren und diese im Rahmen einer Präsentation aufzubereiten. In diesem
Zusammenhang werden auch Grundlagen der Präsentationstechnik vermittelt.
Nach Abschluss des Förderprogramms wird versucht, die Jungtäter an die
Berufspraxis heranzuführen. Dies kann dadurch geschehen, dass sie schon während
der Haftzeit Tätigkeiten in verschiedenen Bereichen der Justizvollzugsanstalt
übernehmen (z.B. Bücherei, Wäscherei). Außerdem ist auch eine Verlegung in
eine andere Haftanstalt möglich, in der die jungen Strafgefangenen eine
Berufsausbildung absolvieren.
Das Projekt hat eine Laufzeit bis 31.05.2012. Diese Zeit soll u.a. noch dazu
genutzt werden, erstellte Module zu optimieren und weitere Bausteine zu
entwickeln.