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SV 2008/2009
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"ZEUS"
Z

E

U

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Vorwort

2007

Ab in die andere Welt

Aufeinander zugehen

Auflösung von Klassen

Drei Prozent gelten als onlinesüchtig

Eisschollen

Mancher greift mit 13 Jahren  zur Flasche

Wo sind die Politiker?

2005

50 Jahre Eduard-Spranger-Berufskolleg

"ZEUS"-Eröffnung 2005

Was sagt mir "Gott"?

Allgemeiner Diebstahl in Geschäften durch Jugendliche - Ladendiebstahl -

Sie flirten fast so schön wie Carrie, Samantha, Charlotte und Miranda

Trikot-Tausch gibt's nur für Fußball-Kerle

Wenn die ZEUS-Seite eines morgens leer ist

Auch Mädchen sind erfolgreich beim Kampfsport

Von kreativen Köchen und Einkäuferinnen

Braucht ER SIE nur für den „Quickie“?

Die andere Seite der Anmeldung

Haschisch kann der Start in die Drogenkarriere sein

Sex and the City: Ein Wochenende unter Freunden!?

2004

Nach der Diät folgt oft der Jojo-Effekt  

Nachfrage nach "Nemos" steigt

Körpersprache hilft Gehörlosen zu verstehen

Das Skalpell an der Nase ist kein Tabu

Einiges liegt in der Pflege noch im Argen

Schulschwänzer stecken im Teufelskreis

Wir werden auf die WM bestens vorbereitet sein

Leckere Fritten verbinden Fußball-Fans

Europa eröffnet neue Möglichkeiten

Das Tor zur großen, weiten Welt

Integration: Beide Seiten müssen mitmachen

Beim Aquarium kommt es auf das Volumen an

Bücherwürmer treffen hier Hip-Hop-Bands

Redaktionsbüro für das Projekt

 

ZEUS - Zeitung und Schule

Von Thomas Terhorst, Eduard-Spranger-Berufskolleg, AH 11

„Wenn man hört, dass an unserer Schule ein ZEUS-Projekt läuft, so denkt man sicherlich zuerst an ein Projekt, was sich mit griechischen Göttern beschäftigt. Das ZEUS jedoch „ZEitung Und Schule" bedeutet, darauf kommen wohl die Wenigsten. Doch was ist ZEUS denn genau? ZEUS ist ein Projekt, durch das Schüler Gelsenkirchener Schulen einen Einblick in das Leben von Zeitungsredaktionen gewinnen können. Gleichzeitig erlernen die Schülerinnen und Schüler Fertigkeiten, die die Redakteure einer Zeitung bei ihrer täglichen Arbeit auch anwenden. Das Erlernte können Schüler sehr gut nutzen, da sie selbst Artikel schreiben, die in der WAZ auf einer Extraseite veröffentlicht werden. Das ZEUS-Projekt läuft vom 09.02.2004 bis 27.03.2004."

Die Urheberrechte für die Artikel liegen bei der WAZ.

02.03.2004 / LOKALAUSGABE / GELSENKIRCHEN

Nach der Diät folgt oft der Jojo-Effekt  

Zur Gewichtsabnahme sollten Pillen nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden

Auch wenn der Gedanke verlockend ist: Einfach ein paar Pillen nehmen und alle Problemzonen sind weg. Die Realität sieht allerdings anders aus. Nach Aussage mehrerer Gelsenkirchener Apothekerinnen sind Diätpillen bedenklich. Viele Produkte eignen sich nur für Übergewichtige in Zusammenhang mit einer Diät. Die so genannten Appetitzügler quellen im Magen auf und hemmen das Hungergefühl. Jedoch ist hier die psychische Abhängigkeit sehr groß und ein Jojo-Effekt ist vorprogrammiert. Die Quellstoffe sind verschreibungspflichtig und dürfen nur mit Beaufsichtigung eines Arztes eingenommen werden.  Bei einer Diät wird zumeist fettreduziert gegessen. Durch die Quellstoffe werden zusätzlich Fette ausgeschwemmt, obgleich bereits eine Fettreduzierung vorliegt. Warum also nicht bei der Diät bleiben, ohne schädliche Zusatzprodukte? Alle befragten Apothekerinnen waren der Meinung, nur eine gesunde Ernährungsumstellung kann das Übergewicht beseitigen. Bestimmte Produkte zur Gewichtsabnahme seien reine Profitgier.  Wenn man jedoch eine Zeitung oder Zeitschrift  aufschlägt, sieht man oftmals Werbeanzeigen der Wundermittel mit Zertifikaten und Garantie der Wirkung. Selbst Prominente werben für die Diätpillen, die man zumeist nur bestellen und nicht in der Apotheke kaufen kann. Wenn man sich die Vorher-, Nachher-Bilder ansieht, werden Verbraucher dazu verführt, diese Pillen zu kaufen. Sieht man sich einige Bilder mal genauer an, könnte man auch daraus schließen, dass sie mit dem Computer in die entsprechende Position gebracht worden sind.  Die befragten Apothekerinnen hielten diese Anzeigen auch für bedenklich. Die Zertifikate und Garantiebelege sind vielleicht nachgewiesen, aber mit Personen, die zumindest eine Diät machen oder Sport treiben. Außerdem enthalten diese Pillen meist Vitamine oder Spurenelemente, die wichtig für den Körper sind, aber nicht gleich eine Gewichtsabnahme hervorrufen. Leider glauben viel zu viele Menschen, die den Wunsch nach  einer perfekten Figur haben, an solche Wundermittel. Außerdem: Wir sind alle Menschen und keiner ist perfekt.

Rebecca Bodener, Jenny Schroeder, Klasse AH-11,  Spranger-Berufskolleg

 

02.03.2004 / LOKALAUSGABE / GELSENKIRCHEN  

Nachfrage nach "Nemos" steigt

Kinofilm begeistert Publikum – Empfindliches Öko-System ist gestört

Es ist ein Traum, an einem tropischen Korallenriff herab zu tauchen, die Farbenvielfalt der Korallen und Fische zu bestaunen und eventuell "Nemo" zu treffen. Leider ist dies nur noch an sehr wenigen Plätzen im Ozean möglich. Denn auch die Unterwasserwelt wird durch den Menschen zusehend gefährdet. Und wo es noch möglich ist, da wird schonungslos gefischt und keine Rücksicht auf das empfindliche ökologische System des Riffes genommen. Der Kinofilm "Findet Nemo" hat in den vergangenen Monaten sehr viele Zuschauer begeistert - vor allem Kinder. Und seitdem der Film in den Kinos läuft, wurden auch mehr "Nemos" in den Zoo-Fachgeschäften verkauft. Dies ist zwar gut für die Geschäfte, nicht jedoch für die Fische. Experten warnen, dass viele der neuen "Fischfreunde" keine Ahnung haben, wie man die empfindlichen Tiere artgerecht hält. Dieses Unwissen ist für die Fische meist tödlich. Doch was weitaus Besorgnis erregender ist: Die meisten der verkauften tropischen Fische - wie Nemo - sind Wildfänge. Das heißt, sie werden im Meer gefangen, in Plastikbeutel verpackt und per Flugzeug in die Industriestaaten gebracht. Dort kommen die meisten dieser Fische erst gar nicht lebend an, sie sterben oftmals kurz nach der "Gefangennahme".   Zum Fangen der tropische Fische wird ein Gift verwendet, das die Tiere für kurze Zeit lähmt. So können die schönsten Exemplare "in Ruhe" ausgesucht werden. Der Haken dabei: Das Gift schädigt die Korallen nachhaltig. Dazu kommt, dass der Rückgang der Fischbestände das empfindliche Ökosystem der Korallenriffe zusätzlich stört, denn sehr viele Korallen leben in Symbiose mit den Fischen. Zum Beispiel ist "Nemos Haus" eine Anemone. Diese Art ist dringend auf die Fische angewiesen, um sich gegen andere Korallen zu verteidigen.  Es ist teilweise bedenklich, wie Menschen in ihrer Habgier Korallenriffe ausbeuten und die Ozeane zerstören. Dabei sind die Tropenfische nur ein trauriges Beispiel. Jährlich werden außerdem viele Blauwale getötet, nur um ein paar Kilogramm Walöl zu gewinnen. Auch die intelligentesten Tiere der Welt, die Delfine, werden vom Menschen gejagt und beispielsweise für Kriegseinsätze missbraucht, um Unterwasserbomben zu suchen. Die Erde besteht zu 75 Prozent aus Wasser, und das Einzige, was der Mensch bisher vom Ozean wirklich gut kennt, ist die Wasseroberfläche. Der Mond ist teilweise besser erforscht, als die Ozeane, die 80 Prozent aller Lebensformen beherbergen.

Hans Gleisberg,   Klasse AH-11, Eduard Spranger-Berufskolleg

03.03.2004 / LOKALAUSGABE / GELSENKIRCHEN

Körpersprache hilft Gehörlosen zu verstehen

Referentinnen bei Schülern zu Gast

Viele von uns haben im normalen Alltag mit Menschen zu tun, die uns entweder schlecht oder gar nicht hören können. Oft sind es ältere Verwandte oder Nachbarn, die uns in letzter Zeit immer schlechter verstehen können.

Es ist immer schwer, mit diesen Mitmenschen zu kommunizieren. Für einen Menschen, der seit jeher mit dieser Einschränkung zu kämpfen hat, ist dies natürlich ein Problem, das gelöst werden muss. Von Alltagsproblemen der Gehörgeschädigten berichteten drei betroffene und fachlich versierte Referentinnen der Klasse HHO4 des Eduard-Spranger-Berufskollegs. Die Klasse beschäftigte sich im Deutschunterricht mit Caroline Links Buch "Jenseits der Stille". Unter den Referentinnen war auch die in der Beratung des "Deutschen Schwerhörigen Bundes" (DSB) tätige Gisela Kaul, die neben ihrer Beschäftigung beim DSB auch als Schrift-Dolmetscherin, zum Beispiel bei Gerichtsverhandlungen, arbeitet. Hierbei schreibt sie für Hörbehinderte, die weder die Gebärdensprache beherrschen noch von der Mimik und den Lippen ablesen können, die Gespräche im Gerichtssaal mit und projiziert diesen Text auf eine Leinwand, damit der Gehörgeschädigte dem Geschehen folgen kann. Dies könnte sie sich bei Sigrid Perlitz und Ingelore Stephan sparen. Die beiden weiteren Referentinnen dieser Schulung sind zwar hörgeschädigt, aber nicht so stark, dass dies ihre Kommunikationsfähigkeit entscheidend beeinträchtigen würde. Sigrid Perlitz besuchte eine normale Schule und erst später stellte sich heraus, dass sie vor allem Konsonanten nur schwer verstehen kann. Diese Einschränkung konnte sie aber dadurch ausgleichen, dass sie von den Lippen abliest. Inzwischen hat sie damit fast keine Probleme mehr. Ingelore Stephans Einschränkung war dagegen erheblich schwerer. Mit zunehmendem Alter verlor sie ihr Gehör immer mehr und vermied aufgrund ihrer Behinderung Gespräche und den Umgang mit anderen Menschen. Doch damit wollte sie sich nicht abfinden und suchte nach Möglichkeiten, ihr Gehör wieder zu verbessern. Diese bot sich ihr 1991 in Hannover. Da ihr Hörnerv intakt war, konnte bei ihr eine Innenohrprothese (ein so genanntes Cochleaimplantat) implantiert werden. Hierbei leitet ein Mikrofon das gesprochene Wort über einen am Körper getragenen Sprachprozessor weiter. Dieser wandelt die Wörter in elektronische Signale um und leitet diese ans Gehirn weiter. Das Gehirn muss die Geräusche dann allerdings neu lernen, da in der gehörlosen Zeit die Erinnerungen an eigentlich bekannte Geräusche verloren gehen. Für viele hörgeschädigte Personen ist eine solch aufwändige Operation allerdings nicht zwingend notwendig. Gerade in der Jugend ertaubte oder seit der Geburt gehörlose Menschen können sich auch auf Arten verständigen, für die sie keine Geräusche benötigen. Hierfür existiert eine Vielfalt von Kommunikationshilfen. So zum Beispiel das Lippenablesen, die Körpersprache, das Fingeralphabet oder aber vor allem die Gebärdensprache, die als "Deutsche Gebärdensprache" (DBS) festgelegt ist. Für gehörlose Blinde gibt es zusätzlich noch das System der Lormen, wobei jeder Punkt der Finger einem Buchstaben entspricht. Grundsätzlich sollte man beim Umgang mit Gehörgeschädigten auf eine ausdrucksstarke Körpersprache und ein deutliches und lauteres Sprechen achten, um diesen Mitmenschen die Furcht vor dem alltäglichen Leben zu nehmen und sie vor ihrer drohenden Isolation zu bewahren.

Agnes Fojt, Vanessa Feige, Klasse AH-11, E.-Spranger-Berufskolleg

06.03.2004 / LOKALAUSGABE / GELSENKIRCHEN

Das Skalpell an der Nase ist kein Tabu

ZEUS-Umfrage zu Schönheits-OP

Bin ich hübsch genug? Ist mein Körper perfekt? Bin ich attraktiv? Was würde ich an mir verändern lassen? Mit diesen immer aktuellen Fragen haben sich zwei ZEUS-Reporterinnen vom Eduard-Spranger-Berufskolleg beschäftigt und eine Umfrage zu diesem Thema innerhalb der Altersgruppe von 16 bis 25 Jahren durchgeführt. Fast jeder hat sich schon einmal die Fragen gestellt: Ist mein Gesicht makellos? Was ist an mir veränderungsbedürftig, was stört mich oder meinen Partner an meinem Körper? Besonders junge Leute beschäftigen diese Fragen, da sie attraktiv sein wollen. Viele der Befragten mussten nicht lange überlegen und gaben gezielt Antworten - so auch der 23-jährige Sven: "Meine Nase ist ein bisschen zu lang, jedenfalls scheint es so, wenn man mich von der Seite anschaut." Auf die Frage, ob er einer Nasen-Operation zustimmen würde, lautete seine Antwort: "Ja". Besagtes Nasenproblem plagt außerdem noch vier weitere Leute: Wenn sie das Geld hätten, gaben sie an, würden sie sich einer Operation sofort unterziehen. Als man sie auf die Risiken ansprach, die eine solche Operation mit sich bringen könnte, meinten sie nur trocken, dass der Wunsch nach einer perfekten Nase größer sei als die Angst vor den Risiken. Eine nicht perfekte Nase ist jedoch nicht das Einzige, was die Leute von heute quält, ebenso ist es bei vielen das Übergewicht. Besonders junge Frauen im Alter von 16 bis 25 wünschen sich ihre "Fettmassen" weg. So auch die 17-jährige Susanne: "Diäten helfen mir nicht, ich halte sie nicht durch, höchstens zwei Wochen, danach stopfe ich mir die Kalorienbomben wieder rein." Auf die Frage nach einer Fettabsaugung erhellte sich Susannes Gesicht wieder. Sie sagte, sie würde einem solchen Eingriff sofort zustimmen. Fünf weitere junge Frauen schlossen sich übrigens  ebenfalls Susannes Antwort an. Vier von insgesamt 15 Befragten gaben zur Antwort, dass sie nichts an sich verändern lassen wollten. So auch Daniel Maier (25): "Es kann auch manchmal die innere Schönheit zählen, zum Beispiel die Ausstrahlung, die man hat und diese kann man nicht mal eben durch eine Operation herbeizaubern." Das Fazit der beiden ZEUS-Reporterinnen lautet abschließend: Nobody is perfect!

Andrea Möllmann, Alisia Ratnavadivel, Eduard-Spranger-Berufskolleg, Klasse AH 11

09.03.2004 / LOKALAUSGABE / GELSENKIRCHEN

Einiges liegt in der Pflege noch im Argen

Interview mit einem Altenpfleger

Matthias Menne (27) ist nicht nur Altenpfleger im Convenio-Zentrum für integrative Altenpflege, sondern studiert zudem Pflegewissenschaften an der Universität Witten/Herdecke und ist zudem Dozent für Pflegeberufe bei der Awo. Nach einem Vortrag über seinen Beruf mit dem Themenschwerpunkt "Tod und Sterben" für Schülerinnen der ZU 2 (Zahnmedizinische Fachangestellte) des Eduard-Spranger-Berufskollegs sprach ein ZEUS-Reporter im Anschluss daran mit Matthias Menne über seinen Beruf, sein Studium und den Umgang mit dem Tod als "täglichem Begleiter".
ZEUS: Sie haben gerade über Ihre Arbeit als Altenpfleger und dem damit verbundenen Themenkomplex "Tod und Sterben" gesprochen. Wie hat Ihnen das Gespräch gefallen?
Menne: Wenn man als noch junger Mensch anderen jungen Menschen, die sich gerade in der Ausbildung zu einem Gesundheitsberuf befinden, eigene Erfahrungen mit auf den Weg geben kann, ist das eine schöne Sache, die mir - im Prinzip - auch sehr gut gefällt.
ZEUS: Was war der Anreiz, eine Ausbildung zum Altenpfleger zu machen?
Menne: Ursprünglich hatte ich vor, eine Banklehre zu absolvieren und Wirtschaftswissenschaften zu studieren.
ZEUS: Und warum dann gerade Altenpflege?
Menne: Dadurch bedingt, dass ich meinen Zivildienst im Altenpflegebereich absolvierte, habe ich bemerkt, dass obwohl ich den ganzen Tag hart gearbeitet habe, mich am Abend auch noch gut fühlte und anderen Menschen als auch mir dadurch eine Freude bereitete. Somit sah ich einen Sinn in meiner Tätigkeit, weshalb ich dann nach dem Zivildienst mit der Ausbildung anfing.
ZEUS: Und wieso wollten Sie dann auch noch studieren?
Menne: Meine eigentliche Absicht bestand darin, dass ich irgendetwas studieren wollte, was mit meiner Ausbildung zu tun hat. So bin ich nach längerem Umhören auf den Bereich Pflegewissenschaften mit dem Schwerpunkt Gesundheitsökonomie gestoßen. Erreichen möchte ich damit, jungen Menschen Wissen weiterzugeben, welches ich mir selbst erarbeitet habe. Zudem bin ich der Auffassung, dass in der Pflege in Deutschland noch einiges im Argen liegt.
ZEUS: Fällt es Ihnen manchmal schwer, Studium und Beruf unter einen Hut zu bekommen?
Menne: Ich selbst habe damit überhaupt kein Problem. Es gibt bei mir gewisse Tage im Monat, an denen ich nicht zu studieren brauche und an denen ich dann arbeiten kann. Das Studium steht dabei aber an erster Stelle, wobei ich es trotzdem sehr wichtig finde, nebenbei zu arbeiten. Denn studieren heißt ja, theoretisch zu arbeiten. Und wie will man theoretisch arbeiten, wenn man nicht weiß, was
praktisch passiert?
ZEUS: Falls Sie im gesetzteren Alter selber zum Pflegefall werden würden, wie sollte Ihnen der "perfekte" Altenpfleger gegenübertreten?
Menne: Zum einen sollte er menschliche Werte vertreten und gewisse Umgangsformen beherrschen. Er sollte gegenüber mir auf gar keinen Fall respektlos erscheinen, sondern mich und meine Probleme ernst nehmen. Zum anderen sollte er auf persönliche Bedürfnisse eingehen. Der Pfleger sollte zum Beispiel wissen, dass ich gern am Samstagabend zur Sportschau mein Bier trinke und nicht anstelle
dessen ein Glas Wasser von ihm ans Bett gestellt bekommen will.
ZEUS: In Ihrem Beruf wird Geduld mit den älteren Menschen vorausgesetzt. Mir würde es, denke ich, schwer fallen, mir jeden Tag aufs neue die gleichen Geschichten anhören zu müssen. Verlieren Sie manchmal die Geduld?
Menne: Das kann kompliziert sein. Gerade bei Menschen, die unter Altersdemenz leiden, kann es dann tatsächlich so sein, dass man jeden Tag die gleichen Geschichten zu hören bekommt. Man muss sich dann einfach selber im Griff haben. Andererseits leben bei uns im Convenio viele Menschen, die noch geistig fit sind. Dann ist es beispielsweise interessant zu hören, was sie vom Rücktritt Gerhard Schröders vom SPD-Parteivorsitz halten.
ZEUS: Die Konfrontation mit dem Tod und dem Sterben gehört logischerweise zu Ihrem Alltag. Wie gehen Sie mit diesem Thema um?
Menne: In erster Linie hängt es davon ab, wie ich mich mit dem einzelnen Menschen vor dem Tod verstanden habe. Hatte ich engeren Kontakt zu einer Person, fällt es mir verständlicherweise schwerer damit umzugehen, als wenn ich mit dem Menschen kein sehr enges Verhältnis hatte. Trotzdem sollte man versuchen, eine Distanz zwischen dem Patienten und einem selber aufzubauen, was einem zu Beginn seiner Ausbildung natürlich schwerer fällt als später, wenn man schon eine gewisse Routine entwickelt hat.
ZEUS: Ist es Ihnen wichtig mit Freunden darüber zu sprechen oder trennen Sie da strikt Arbeit und Privatleben?
Menne: Man kann das auf jeden Fall trennen und ich versuche das auch bestmöglich. Manchmal aber ist es notwendig, mit Freunden oder Verwandten darüber zu reden, einfach um sich zu erklären, warum man gerade nicht so gut drauf ist.
ZEUS: Würden Sie diesen beruflichen Weg noch einmal einschlagen oder bereuen Sie Ihren Schritt auch manchmal?
Menne: Nein. Ich bereue diesen Schritt nicht, da ich durch meinen Beruf ganz neue Werte für mich im Leben entwickelt habe und ich höchst zufrieden bin mit dem, was ich tue. Es macht mir einfach Spaß, jungen Menschen Wissen und eigene Erfahrungen mit auf den Weg zu geben und darauf bin ich auch stolz.

Daniel Schlöhlein, Eduard-Spranger Berufskolleg, Klasse AH-11

09.03.2004 / LOKALAUSGABE / GELSENKIRCHEN

Schulschwänzer stecken im Teufelskreis

ZEUS-Interview: Ursachen und Probleme der Schulverweigerer sind vielschichtig

Der Lehrerverband schätzt, dass täglich mindestens 100 000 Schüler dem Unterricht fernbleiben - Tendenz steigend. Rund eine halbe Millionen Schüler sollen dabei regelmäßig "blau machen". Dabei werden die so genannten "Schulschwänzer" den Angaben zufolge immer jünger. Zudem verlassen mehr als 9 Prozent die Schule ohne Abschluss. Um ein Bild von den Ursachen dafür zu bekommen, sprach ein Zeus-Reporter mit einem "aktiven Schulverweigerer" (Name und Anschrift sind der Redaktion bekannt). Dabei zeigte sich, dass die Beweggründe oft vielschichtig sind. Probleme im Elternhaus und mangelnde Hilfe erschweren oft den Weg zurück in die Schule.

ZEUS: Seit wann gehst du nicht mehr regelmäßig zur Schule?
Schüler: Es fing an, als mich meine Eltern ins Heim gesteckt haben. Dort hatte ich schlechten Umgang und kam mit Drogen in Berührung.
ZEUS: Wie lange warst du schon nicht mehr in der Schule?
Schüler: Wenn ich alles zusammenzählen würde ungefähr ein Jahr.
ZEUS: Hast du keine Angst oder ein schlechtes Gewissen?
Schüler: Ich habe Angst und ein schlechtes Gewissen, aber ich versuche es zu verdrängen.
ZEUS: Machst du dir keine Gedanken um deine Zukunft?
Schüler: Ich denke schon an meine Zukunft, aber ich glaube, mir fehlt der Wille und die Kraft, mein Leben zu ändern.
ZEUS: Ist dir dein Leben nicht wichtig oder gibt es andere Gründe dafür, dass du nicht zur Schule gehst?
Schüler: Mein Leben ist mir nicht egal. Ich fühle mich im Stich gelassen und irgendwie abgeschoben. Das ist einer meiner Gründe, weshalb ich nicht mehr zur Schule gehe.
ZEUS: Was sagen deine Eltern dazu, dass du nicht mehr zur Schule gehst?
Schüler: Sie versuchen, mit mir zu reden und woanders Hilfe zu finden.
ZEUS: Deine Eltern machen sich bestimmt Sorgen, tut dir das nicht Leid?
Schüler: Ich hab kein Mitleid mit meinen Eltern, schließlich haben sie auch nicht an mich gedacht, als sie mich damals ins Heim gesteckt haben.
ZEUS: Was machst du, wenn du nicht zur Schule gehst?
Schüler: Ich gehe zu Freunden, in die Stadt oder bleibe zu Hause und schlafe.
ZEUS: Willst du deine Situation ändern?
Schüler: Wenn ich auf eine andere Schule gehen könnte, wo ich neu anfangen könnte, würde ich alles ändern.
ZEUS: Siehst du überhaupt ein, dass du ein Problem hast?
Schüler: Erst war mir nie bewusst, dass ich ein Problem habe. Aber jetzt bin ich reifer geworden und sehe, dass ich in Schwierigkeiten stecke.
ZEUS: Aber du schadest dir doch damit.
Schüler: Ich weiß jetzt, dass ich mir selber damit schade. Aber die Angst, zur Schule zu gehen, ist zu groß geworden. Ich weiß, dass ich Hilfe brauche, aber ich weiß nicht, wo ich sie bekomme.

Tanja Simon, Sabrina Kussauer, Eduard-Spranger-Berufskolleg, Klasse AH-11

12.03.2004 / LOKALAUSGABE / GELSENKIRCHEN

Wir werden auf die WM bestens vorbereitet sein

ZEUS-Interview mit Polizeipräsident Rüdiger von Schönfeldt - Viele Straftaten werden nicht angezeigt

Der Anstieg der Kriminalitätsrate und die Sicherheit bei der Fußball-WM 2006 waren Themen, über die ein ZEUS-Reporter mit Polizeipräsident Rüdiger von Schönfeldt sprach.

ZEUS: In der WAZ erklärte NRW-Justizminister Wolfgang Gerhards (SPD), dass die Gewaltbereitschaft bei jungen Leuten zunähme. Können Sie Ähnliches aus Ihrer Erfahrung berichten?
Von Schönfeldt: Eine Steigerung der Gewaltdelikte ist klar erkennbar. Jedoch müssen wir differenzieren: Wir erfassen nur die Delikte, die uns bekannt werden. Leider gibt es eine große Zahl von Delikten, die uns nicht gemeldet werden, das so genannte Dunkelfeld. Deswegen kann man sagen, dass die Zahl der uns bekannten Delikte gestiegen ist. Inwieweit man aber hier von einer Zunahme der Gewaltbereitschaft reden kann, ist, aufgrund des Dunkelfeldes, Spekulation. Es gibt eine Untersuchung des kriminologischen Instituts Niedersachsens, die besagt, dass 90 Prozent der Gewaltdelikte an Schulen nicht angezeigt werden. Wenn es um eine Steigerung der angezeigten Straftaten geht, so kann man nicht sagen, ob es sich um neue Kriminalität handelt oder ob mehr Straftaten angezeigt werden, die zuvor im Dunkelfeld lagen.
ZEUS: Ist denn ein Zusammenhang zwischen der sozialen Schicht und den Gewalttätern erkennbar?
Von Schönfeldt: Das kann man sagen. Und zwar kann man dies daraus schließen, dass derjenige, der verbal nicht in der Lage ist, einen Konflikt zu lösen, schneller gewalttätig wird. Dies sind entweder Ausländer, die nicht gut Deutsch sprechen oder aber Deutsche, die leicht zur Aggression neigen und nicht mit Worten Probleme lösen können.
ZEUS: Welche Maßnahmen zur Resozialisierung jugendlicher Straftäter gibt es?
Von Schönfeldt: Es gibt unterschiedliche Wege, um einen straffälligen Jugendlichen zu resozialisieren. Das richtet sich nach dem Jugendgerichtsgesetz. Der Gedanke dabei ist, dass die Jugendlichen pädagogisch behandelt werden sollen. Das heißt, dass zum Beispiel in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt Sozialstunden abgeleistet werden. Es kann auch mal bei Wiederholung zu einem Wochenendarrest kommen, es kann aber genauso gut auch zu einem Arrest kommen, der dann bis zu vier Wochen geht. Die höchste Jugendstrafe ist zehn Jahre bei einem Tötungsdelikt. Diese Strafen sollen in Verbindung mit begleitenden Maßnahmen der Resozialisierung dienen.
ZEUS: Welche Rolle könnte hierbei die Familie spielen?
Von Schönfeldt: Die Familie hat eine ausschlaggebende Rolle. Wenn es in einer Familie versäumt wird, Kindern Spielregeln beizubringen, mit Lob und Tadel zu arbeiten, dann sind Kinder und Jugendliche viel anfälliger für Straftaten.
ZEUS: In Süddeutschland gab es mehrere Fälle von Gewalt an Schulen. Sind solche Fälle eher eine Seltenheit oder gab es Ähnliches schon an Gelsenkirchener Schulen?
Von Schönfeldt: Ereignisse dieser Form sind selten. Allerdings können wir nur von den uns bekannten Straftaten ausgehen. Es ist also auch denkbar, dass so etwas an Gelsenkirchener Schulen passiert, ohne dass wir das wissen. Ich hoffe nur, dass die Kontakte der Schulen zur Polizei so gut sind, dass dann, wenn es in den Schulen bekannt wird, dies sofort der Polizei mitgeteilt wird. Vieles läuft auch vielleicht in den Schulen ab, ohne dass Lehrer davon erfahren.
ZEUS: Die Arena auf Schalke ist Austragungsort der WM 2006, für die sicherlich stärkere Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden müssen als bisher. Wie weit ist man für dieses Event gewappnet?
Von Schönfeldt: Da laufen schon seit Monaten die Vorbereitungen. Das sind abgestufte Ebenen, die hier kooperieren. Es gibt verschiedene Arbeitsgruppen auf Bundes- und Landesebene. Auch hier in Gelsenkirchen gibt es eine Arbeitsgruppe, die sich speziell mit diesem Event beschäftigt, immer in Zusammenarbeit mit den Arbeitsgruppen auf Bundes- und Landesebene. Es gibt auch terroristische Szenarien, auf die wir uns vorbereiten.
ZEUS: Was müsste noch umgesetzt werden?
Von Schönfeldt: Wir müssen zunächst die vordergründigen Fragen bewältigen, zum Beispiel Fragen der Verkehrsführung, die in Gelsenkirchen eine besondere Rolle spielen. Straßen werden ausgebaut, Autobahnen ausgebaut, kurz und knapp gesagt, muss die Verkehrsinfrastruktur stabilisiert werden. Neben der Verkehrslenkung sind es Sicherheitsvorkehrungen, mit denen man Straftaten schon im Vorhinein zu verhindern versucht. Wir werden also auf die WM 2006 bestens vorbereitet sein.
ZEUS: Konnte der Sicherheitsfaktor durch den Stadionwechsel vom Parkstadion in die Arena erhöht werden?
Von Schönfeldt: Die Sicherheit ist allein durch die räumlichen Verhältnisse besser geworden. Wir haben eine komplette Videoüberwachung, mit der wir fast jede Straftat aufdecken können. So ist die Zahl der Straftaten, seit der Eröffnung der Arena stark zurückgegangen.
ZEUS: Was geschieht mit gewalttätigen Fans, mit Hooligans, wenn sie schon vor oder während des Spiels negativ auffällig werden?
Von Schönfeldt: Da gibt es alle möglichen Varianten. Das beginnt mit Grenzkontrollen, auf Flughäfen, auf Bahnhöfen. Das beginnt auch schon im Ausland. So kann man bekannten Hooligans die Einreise nach Deutschland verweigern. Es ist aber auch möglich, Hooligans während des Spiels unter Arrest zu setzen. Wir stehen im ständigen Kontakt mit den ausländischen Behörden, was sich zu unserem, aber vor allem zu einem Vorteil für die Besucher auswirkt.

Thomas Terhorst, Eduard-Spranger Berufskolleg, Klasse AH 11

18.03.2004 / LOKALAUSGABE / GELSENKIRCHEN

Leckere Fritten verbinden Fußball-Fans

Was einem BVB-Anhänger in einer Schalker Pommes-Schmiede passieren kann

Was kann man schon über Pommes sagen? Ziemlich viel eigentlich. Vor allem wenn der Besitzer der "Lieblings-Pommesbude" leidenschaftlicher Schalke-Anhänger ist, während man sich selbst eher in schwarz-gelben Gefilden tummelt. Wo man auch hingeht, begleitet einen der lockende Duft der fettigen und salzigen Knusperstangen. Was lag da näher, als meinen sowieso schwachen Willen zu brechen und meinen aufkommenden Hunger mit einer deftigen Portion "Pommes rot-weiß" zu bändigen. Schließlich sagte schon Napoleon: "Alle Revolutionen kommen aus dem Magen." Um es nicht ganz so weit kommen zu lassen, schritt ich, wie so oft, frohen Mutes durch die sich bimmelnd öffnende Eingangstür des "Pommes-Paradieses". Aber irgendetwas war anders. Ich hatte ein wirklich seltsames Magengrummeln. Hunger, klar. Nicht nur. Ich musste endlich reinen Tisch mit meinem Pommes-Dieter machen. Ich als Dortmund-Anhänger, er, der Schalker, das kann auf Dauer nicht gut gehen. "Du Dieter, ich muss dir was sagen", sprudelte es aus mir heraus, "ich bin Borusse". Ruhe. Die gesamte Gelsenkirchener Imbissbude war plötzlich ein Fahrstuhl voller fremder Gesichter. Doch da - ein Lächeln in Pommes-Dieters Gesicht. "Is' zwar nicht toll, aber die Pommes sind für alle da. Hauptsache du komms' hier nich' im Zecken-Trikot 'rein", beruhigte er mich. "Ne, klar. Ich wollte es halt nur mal gesagt haben", versuchte ich den Kopf aus der aus Unbehagen geknüpften Schlinge zu ziehen. Ich hatte die Prioritäten völlig falsch erkannt. Zuerst die Pommes, dann der Fußball. "So getz' aber raus hier, du Zecke", entlockte Dieter mir ein gequältes Schmunzeln. Als ich mich daraufhin schleunigst auf den Weg in die Freiheit machen wollte, holten mich seine durch die von Frittenfett geschwängerte Luft geeilten Worte ein: "Hasse nich' wat vergessen?" Völlige Leere in meinem Kopf, vergleichbar mit der bei einer Abfragerunde der Spanisch-Vokabeln, machte sich breit. "Ich wüsste nicht was", stammelte ich. "Die Pommes." Genau, die Pommes. Das Wichtigste.

Christian Müßner, AH 11, Eduard-Spranger-Berufskolleg

19.03.2004 / LOKALAUSGABE / GELSENKIRCHEN

Europa eröffnet neue Möglichkeiten

Ausstellung am Spranger-Berufskolleg

Schüler der Klasse AH 11 des Eduard-Spranger-Berufskollegs machen eine Ausstellung zum Thema Europa und seine Länder. Um mehr über das Projekt zu erfahren, befragte ein ZEUS-Reporter Sabine Höppner, eine verantwortliche Lehrerin des Projektes.
ZEUS: Was ist das Europaprojekt?
Höppner: Das Europaprojekt ist ein fächerübergreifendes Projekt. Die Schüler erarbeiten sich selbstständig geographische, kulturelle, politische und wirtschaftliche Aspekte zu Europa und einem selbst gewählten Land.
ZEUS: Was wird im Rahmen des Projektes geboten?
Höppner: Die Schüler sollen verschiedene Aspekte einzelner Länder Europas selbstständig erarbeiten. Dabei können die Schüler ihr Wissen über Europa und die Europäische Union erweitern. Ein vorher durchgeführtes Methodenseminar soll den Schülern bei der Suche nach Informationen helfen. Am Europatag, am 5. Mai, werden die Projektergebnisse der Klasse präsentiert.
ZEUS: Welche Erwartungen haben Sie an das Projekt und die Schüler?
Höppner: Die Schüler sollen eigenständig Informationen erarbeiten und sie entsprechend präsentieren können. Sie sollen lernen, im Team zu arbeiten und Verantwortung für das Gesamtprodukt und eine Einzelarbeit zu übernehmen. Außerdem sollen die Schüler mehr über das Europa erfahren, in dem sie leben. Dies alles soll natürlich mit Spaß beim Projekt einhergehen.
ZEUS: Wie sehen die Vorbereitungen für das Projekt aus?
Höppner: Die verantwortlichen Lehrer haben sich vorab mehrmals getroffen, um über das Projekt zu reden. Es wurde besprochen, wie man einzelne Fächer einbinden kann. Ein Zeitraster wurde erstellt und Materialien gesammelt, um den Schülern eine Grundlage zu geben. Schüler, die Hilfe benötigen, können zudem von den Lehrern Informationen erhalten.
ZEUS: Was soll mit dem Projekt erreicht werden?
Höppner: Durch das Projekt sollen sich die Schüler mehr für Europa interessieren und sich als ein Teil Europas fühlen. Denn die Zukunft in Europa ist auch und vor allem die Zukunft der neuen Generation. Die Schüler sollen auch mal darüber nachdenken, was sie alles in Europa für Möglichkeiten haben, sei es in Schule oder im Beruf.

Christian Gardlo, Klasse AH11, Eduard-Spranger-Berufskolleg

21.02.2004 / LOKALAUSGABE / GELSENKIRCHEN

Das Tor zur großen, weiten Welt

ZEUS-Reporter besucht in jeder freien Minute den Flughafen Düsseldorf

Seit drei Jahren hat ein ZEUS-Reporter vom Eduard-Spranger-Berufskolleg ein ungewöhnliches Hobby. Er besucht in fast jeder freien Minute den Flughafen Düsseldorf. Hier stellt er den Airport vor:
Düsseldorf ist für viele Fliegerfans ein ganz besonderer Ort, er ist Deutschlands drittgrößter Airport. Der Flughafen Düsseldorf ist für viele Touristen, aber auch für Geschäftsleute, das Tor zur großen, weiten Welt.

Er besteht aus den drei miteinander verbundenen Terminals A, B und C. Des Weiteren besitzt er einen eigenen Bahnhof mit ca. 30 Check-in-Schaltern, an denen Passagiere von ausgesuchten Fluggesellschaften schon am Bahnhof einchecken können. Das bedeutet, Passagiere, die vom Flughafen Düsseldorf abfliegen, können ganz bequem mit der Bahn anreisen und haben keine Probleme mit der lästigen und teuren Parkplatzsuche. Passagiere, die mit der Bahn anreisen, können mit dem "Sky-Train" - eine Art Schwebebahn vom Bahnhof in den ca. 2 km entfernten Zentral- und Haupt-Terminal-B "einschweben". Wenn man vom Flughafen Düsseldorf abfliegt, entfällt das lange Suchen nach dem richtigen Terminal für den jeweiligen Flug. Dieses Problem hat man in Düsseldorf sehr gut gelöst und auf mehrere Terminals verteilt.
Der komplett neu erbaute Hauptterminal B besteht aus insgesamt 5 Ebenen. Die untersten 2 Ebenen sind die beiden Stockwerke des im Untergrund liegenden Parkhauses mit mehreren 100 Parkplätzen. Die darüber liegende Ebene ist die Ebene 0; dort ist der Ankunftsbereich. Auf dieser Ebene kommen schließlich alle ankommenden Passagiere raus. Dort können sie dann von ihren Angehörigen empfangen werden. Zu erwähnen ist, dass es auf dieser Ebene viele verschiedene Geschäfte gibt. So können sich angekommene Passagiere im Fastfood-Restaurant stärken oder Abholer noch schnell Blumen kaufen. Eine Ebene höher, die mit dem Aufzug ohne Probleme zu erreichen ist, ist die Abflugebene, wo sich die ganzen Check-in-Schalter und sogar eine eigene Einkaufsstraße, die so genannten Airport-Arkaden, befinden. Ganz oben befindet sich eine große Aussichtsplattform und Besucher können den ankommenden oder abfliegenden Flugzeugen und Passagieren noch zu winken. Nicht zu übersehen sind die zahlreichen Beamten vom Bundesgrenzschutz, die versuchen, für Sicherheit zu sorgen. Sie sind ständig in den Terminals unterwegs und passen auf. Beim Spazieren durch die Terminals fällt einem schnell auf, dass Flüge nach den USA nochmals besonders gesichert sind. Schon vor den Check-in-Schaltern sind Absperrungen, die nur Passagiere mit gültigem USA-Flugticket betreten dürfen.

Philipp Krzyzaniak, Klasse AH-11, Eduard Spranger-Berufskollegs

21.02.2004 / LOKALAUSGABE / GELSENKIRCHEN

Integration: Beide Seiten müssen mitmachen

Kopftuchstreit hat in den letzten Monaten für Aufsehen gesorgt - Schnelle Eingliederung hat für alle Vorteile Sollten in deutschen Schulen religiöse Symbole wie das Kruzifix oder das Kopftuch verboten werden? Eine Frage, mit der man vor allem bei älteren Menschen eine oft gleich lautende Antwort erhält: Kruzifix ja, Kopftuch nein.

Der "Kopftuch- Streit" hat in den letzten Monaten für Aufsehen in der Bevölkerung und in der Politik gesorgt. Überrascht war die Öffentlichkeit zudem vom Vorschlag des Bundespräsidenten Johannes Rau, der ein Verbot von religiösen Symbolen in Schulen nicht ausschließen wollte. Der Streit um die "Kopftuch-Frage" zeigt jedoch, wie tief manche Gräben zwischen den verschiedenen Religionen und Kulturen in unserem Land sind. Dass man diese selbst vor der eigenen Haustür finden kann, beweist eine Debatte, die zuletzt in der Stadt Marl geführt wurde. Dort war man sich uneins über die Frage, ob der Muezzin vom Minarett aus die Moslems in Marl zum Gebet auffordern darf. Dies führte zu einer heftig geführten Diskussion, die in einer turbulenten Bürgerversammlung endete. Die (deutschen) Anwohner hatten befürchtet, dass der Minarett-Ruf sie stark belästigen und eine Abwertung der Lebens- und Wohnqualität in ihrem Stadtteil Marl-Hamm hervorrufen könnte. Als dann noch die ansässige islamische Gemeinde ihr Recht auf Ausübung des Ezan-Rufs einklagen wollte, lief das Fass über. Das Ergebnis: Eine Einigung scheiterte und von einem vergifteten Klima unter den Anwohnern und ansässigen Moslems ist die Rede. Die islamische Gemeinde ließ eine spätere Aufarbeitung des Themas offen, zog ihr Anliegen zum jetzigen Zeitpunkt jedoch zurück. Man wolle den Ezan-Ruf nicht zum Wahlkampfthema der Kommunalwahl im September machen lassen. Dies ist nur ein Beispiel von vielen, in denen sichtbar wird, wozu mangelnde Integration von Migranten führen kann. Nicht selten herrscht in Städten mit einem sehr hohen Migrantenanteil eine "Gettoisierung" vor. Zuwanderer scheuen außerdem häufig den Kontakt mit der deutschen Bevölkerung und bleiben deshalb unter sich. Oft bilden sich in einem Land dann zwei Gesellschaften: auf der einen Seite die Deutschen, auf der anderen Seite die Immigranten. Viele, ob Deutsche oder Ausländer, finden sich mit diesem Problem ab. Man übersieht jedoch die vielen sozialen, gesellschaftlichen und ökonomischen Probleme, die sich aus einer Abschottung von Migranten ergeben. Wer selten in Kontakt mit der Bevölkerung eines "neuen, unbekannten" Landes kommt, der hat auch zumeist Probleme beim Erlernen der dortigen Landessprache. Und wer sich hierbei schon verweigert, dem trauen viele ein späteres Bestreben nach Integration nicht zu. Die mangelnde Beherrschung der Landessprache setzt häufig ein "Schneeballsystem" in Gang: schlechtes Deutsch - schlechte Ausbildung schwere Vermittlung auf dem Arbeitsmarkt Sozialfall? Eine Verquickung von gesellschaftlichen und sozialen Problemen mit ökonomischen Fragestellungen wird also erkennbar. Aus diesen Beispielen integrativer Probleme lässt sich leider keine allgemein gültige Formel, die die Integrationsprobleme behebt, bilden. Es gibt sie wohl auch nicht. Jedoch sollte man sich nicht hiermit abfinden. Meistens wird den Zugewanderten vorgeworfen, dass sie sich nicht in die deutsche Gesellschaft integrieren wollen. Dabei müsste es ein starkes Bestreben Fremder sein, sich mit dem noch Unbekannten vertraut zu machen. Jedoch ist es nicht nur eine großzügige Ausprägung der Gastfreundschaft, wenn sich auch die deutsche Bevölkerung um eine schnelle Eingliederung der Migranten in das Gesellschaftssystem bemüht, sondern es ist auch die logische Konsequenz aus den sich bei mangelnder Integration ergebenden wirtschaftlichen und sozialen Probleme. Doch was tun? Ohne die Bereitschaft der Migranten geht es nicht, aber auch ohne ein Angebot der Deutschen fehlt den Immigranten eine Anlaufstelle. Man sieht also, dass es ein beiderseitiges Anliegen von Deutschen und Ausländern geben muss, um Migranten in das Gesellschaftssystem bestmöglich aufzunehmen. Sicherlich gibt es mehrere Angebote, die man eröffnen könnte, und gewiss hat jedes gewisse Vorzüge. Wichtig scheint jedoch, dass in den Schulen Migranten im Kindesalter beim Erlernen der deutschen Sprache eine besondere Aufmerksamkeit genießen. Die Idee, eine Vorschulklasse für ausländische Kinder einzurichten, um früh mit der deutschen Sprache in Kontakt zu treten, ist keinesfalls ein schlechter Gedanke. Man darf aber auch nicht die erwachsenen Migranten in diesem Gedankenspiel vernachlässigen. Bisher gibt es schon Kurse bei der Volkshochschule, durch deren Teilnahme das Erlernen der neuen Sprache gefördert werden kann. Es bleibt festzuhalten, dass keine der beiden "Parteien" den "Schwarzen Peter" erhält. Die Meinung, dass das Bestreben nach Integration bei den Ausländern stärker ausgeprägt sein muss, ist sicherlich vertretbar. Jedoch muss auch bei den Deutschen der Wille der Eingliederung der neuen ausländischen Mitbürger vorhanden sein. Von einer verbesserten Integration können nur beide Seiten profitieren. Es ist zu wünschen, dass die Menschen in Deutschland, ob deutsch oder nicht deutsch, ihren Beitrag zu einer besseren Integration von Migranten leisten würden.

Thomas Terhorst, Klasse AH-11, Eduard-Spranger-Berufskolleg

27.03.2004 / LOKALAUSGABE / GELSENKIRCHEN

Beim Aquarium kommt es auf das Volumen an

Wer tropische Meerwasserfische halten will, muss mit einer komplizierten Technik umgehen können

Der Disney-Film "Findet Nemo" war nicht nur an den Kino-Kassen ein Erfolg. Auch das Interesse an Tropenfischen ist seither deutlich gestiegen, was besonders von Tierschützern angeprangert wird. Zoofachgeschäfte sehen sich in der Debatte nun oft in die falsche Ecke gestellt. Zeus-Reporter sprachen mit Annette Burda, der Inhaberin eines Gelsenkirchener Zoofachgeschäfts.

ZEUS: In den vergangenen Wochen gab es mehrfach Berichte über den Film "Findet Nemo". Dabei wurde teilweise behauptet, dass - ausgelöst durch den kommerziellen Erfolg des Filmes - auch die Nachfrage nach gleichartigen Fischen steigt. Fühlen Sie sich durch diese Berichterstattung als Buhmann dargestellt?

Burda: Ja, weil die Tatsachen nicht so sind. Selbst der deutsche Tierschutzbund, der es ja besser wissen müsste, hat einfach nur medienwirksam in eine Kerbe reingehauen. Im Meerwasser kann noch nicht viel gezüchtet werden. Aber die Clownfische, die angeboten werden, stammen aus Nachzuchten.

ZEUS: Sehr viele Aquarianer sagen, dass es schwierig wäre, einen echten "Nemo" zu halten. Selbst für erfahrene Aquarianer sei dies ein Problem. Wieso ist das so?

Burda: Der "Nemo" an sich ist kein Problem. Aber "Nemo" ist ein Meerwasserfisch und die Technik eines Meerwasseraquariums ist etwa von Kindern nicht zu überschauen. Außerdem ist da noch der deutlich höhere Anschaffungspreis. Zudem ist es mitunter problematisch, wenn man ihn in einem 100-Liter-Aquarium halten will. Denn in einem solch kleinen Aquarium funktioniert die Wassertechnik nicht immer völlig einwandfrei. Minimum sollte ein 300 Liter großes Aquarium sein, damit man ein biologisches Gleichgewicht leichter erhalten kann. Man kann also sagen: je größer, desto besser.

ZEUS: Es gilt also, bei Meerwasseraquarien ein hohes Wasservolumen zu haben?

Burda: Ja, vor allem um stabile biologische Verhältnisse zu schaffen. Natürlich gibt es auch Anlagen für kleinere Aquarien, doch diese funktionieren in der Regel nicht länger als ein Jahr.

ZEUS: Wenn sich ein Kunde nun ein Haustier zulegen will, wie kann er erkennen, ob das Zoofachgeschäft einen seriösen Handel mit den Tieren betreibt? Oder an wen kann er sich wenden, um herauszufinden, welches ein gutes Zoofachgeschäft ist?

Burda: Also, sehr viele Zoofachgeschäfte sind bei dem Zentralverband Zoologischer Fachgeschäfte (ZZF) angemeldet. Händler, die dort angemeldet sind, müssen bestimmte Kriterien bezüglich der tiergerechten Haltung erfüllen. Ein Kriterium, an dem der Kunde selbst erkennen kann, ob es sich um einen seriösen Händler handelt, wäre die Unterbringung der Tiere und die Sauberkeit. Das sagt schon viel über den Händler aus.

ZEUS: Wie versuchen Sie nun den Fischfans beim Kauf ihrer Fische zu helfen?

Burda: Wir versuchen erst einmal eine Grundinformation zu geben, bei den Zierfischen unterstützen wir dann die Kaufentscheidung auch schon einmal dadurch, dass wir bei Fischen, die im Schwarm gehalten werden sollten, unseren Kunden einen günstigeren Preis einräumen. Wir versuchen auch, den Kunden die Vorteile größerer Aquarien zu erklären. Nicht, weil wir sie dadurch "abzocken" wollen, sondern weil ein größeres Aquarium einfacher im biologischen Gleichgewicht zu halten ist als ein kleineres.

ZEUS: Im Fernsehen wird manchmal gezeigt, wie tropische Korallenfische mit Betäubungsgiften gefangen werden. Stimmt das?

Burda: Früher gab es das leider in einigen Ländern. Doch wenn man sich die Dokumentarfilme genau ansieht, wird man merken, dass es sich immer um dieselben alten Filme handelt. Und wenn man noch genauer hinsieht, wird man auch merken, dass keine Fische gefangen werden, die sich für ein Aquarium eignen würden. Sondern es handelt sich hierbei um Fische, die für den Verzehr gedacht sind. Allerdings wüsste ich kein Land mehr, in dem das heute noch erlaubt ist. Auch von der kaufmännischen Seite wären solche halbtoten Fische doch einfach dumm, uns ist doch an gesunden Fischen gelegen.

Hans Gleisberg, AH11, Eduard-Spranger-Berufskolleg

27.03.2004 / LOKALAUSGABE / GELSENKIRCHEN

Bücherwürmer treffen hier Hip-Hop-Bands

Angebote im Paul-Loebe-Haus

Bei der Aktion einer Volksinitiative protestierten im vergangenen Jahr zahlreiche Kinder, Jugendliche und ihre Eltern gegen finanzielle Kürzungen bei Verbänden und Vereinen. Die geplanten massiven Einsparungen des Landes NRW bedrohen die Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche.

Die Betroffenen wollten sich jedoch nicht einfach geschlagen geben und trommelten daher Hunderte von Kindern und Jugendlichen zusammen, um Einspruch gegen die geplanten Einsparungen der Landesregierung zu erheben. Das Paul-Loebe-Haus (PLH) des Bauvereins Gelsenkirchen ist eines der von den Kürzungen betroffenen Häuser. Die Sparmaßnahmen hinterlassen deutliche Spuren in der gemeinnützigen Einrichtung, dadurch sind etliche Familien vor Probleme gestellt. Dies spiegelt sich auch im Alltag der Kinder und Jugendlichen wider. Viele der Jugendlichen, die hier täglich ein- und ausgehen, sind zu Hause oder in der Schule mit zahlreichen Problemen konfrontiert. Die
Mitarbeiter des PLH und des Falken-Ortsverbandes leisten hier wichtige Arbeit. Ein besonderer Schwerpunkt des täglich von 12.30 Uhr bis 21 Uhr geöffneten Paul-Loebe-Hauses ist die Förderung von Newcomern im Musikbereich. "Das PLH bietet jungen Bands ein Forum. Sie können hier auftreten, ihnen werden Möglichkeiten geboten, die in Gelsenkirchen sehr rar sind", so Doris van Kemenade. Neben den Angeboten für Kinder und Jugendliche gibt es aber auch Aktionen für Erwachsene. Den ehrenamtlichen Mitarbeitern ist es besonders wichtig, einen Beitrag zur Stadtteilarbeit zu leisten. Sie kooperieren dabei mit dem Jugendamt und dem Kulturamt sowie städtischen Kindertageseinrichtungen. Es findet aber auch Projektarbeit statt, wie das Kinderprojekt "Bücherwurm trifft Lesemaus" und das Jugendprojekt "Hip-Hop against Racism", gefördert durch Mittel der Stadt Gelsenkirchen. Am Hip-Hop-Projekt haben 18 Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren teilgenommen. Unter professioneller Anleitung übten sie eine Show ein, entwickelten Ideen für Kostüme und fertigten gemeinsam ein Bühnenbild an. Ziel war die Förderung des Zusammenlebens unterschiedlicher Kulturen. Um auch der Öffentlichkeit zu zeigen, wie wichtig ihnen das Tanzen ist, zeigten die Jugendlichen ihr Können bei einer Straßenperformance im Rahmen einer Protestaktion gegen die geplanten Kürzungen im Jugendbereich. Dies sind nur kleine Beispiele für die Arbeit von Einrichtungen wie dem Paul-Loebe-Haus, die für die Betroffenen sehr wichtig ist. Die Frage der Jugendlichen an die Verantwortlichen in der Politik: "Wo sollen all die Jugendlichen hin, wenn die Jugendhäuser schließen?" Nach Hause wollen sie nicht, auf der Straße will man sie nicht.

Julia Arutina, Klasse AH11, Eduars-Spranger-Berufskolleg

30.03.2004 / LOKALAUSGABE / GELSENKIRCHEN

Redaktionsbüro für das Projekt

Wenn schon eine Aktion mit der WAZ, dann auch richtig: Wie soll man lesenswerte Berichte schreiben ohne ein Zeus-Redaktionsbüro?

Dies sah unsere Schule - das Eduard-Spranger-Berufskolleg - genauso und stellte einen Raum zur Verfügung, den wir als Zeus-Redaktion umfunktionieren durften. Der Raum wurde jahrelang als "Abstellkammer für Deutschbücher" genutzt und ebenso lang auch schon nicht mehr geputzt. Somit sollte die Umgestaltung nicht einfach werden. Da wir vier Mädel dazu bereit waren, unsere Freizeit zu opfern, gelang es uns, den Raum zu säubern, die kalten weißen Wände himmelblau zu streichen, die Gardinen gelb zu färben und das alte Sofa mit blauen Laken wieder aufzumöbeln. Zusätzlich schafften wir durch Pflanzen und Kerzen eine inspirierende Atmosphäre. PC und Drucker bekamen wir von der Schule - der redaktionellen Arbeit stand somit nichts mehr im Wege. Mittlerweile fühlen wir uns in dem Redaktionsbüro so wohl, dass wir überlegen, eine Schülerzeitung ins Leben zu rufen, die es an unserer Schule bis jetzt nicht gibt. Unser Fazit: Zeus hat die Lust am Schreiben geweckt!

Chantal Klaas, Melina Bastek, Sarah Baumann, AH11, Spranger-Berufskolleg

Durchblick gewinnen!

Jetzt wird aufgeräumt!

Einrichtung des Redaktionsbüros

Endlich ist das Werk vollbrachtder Zeitungskiosk Die Damen vom Zeuskiosk
Die ersten interessierten Leser Zeitung lesen macht hungrig…

Zeus-Reporter wollen hoch hinaus!

Alle Zeus-Reporter auf einem Blick

 

Was sagt mir "Gott"?

Das schreiben Schülerinnen und Schüler

Gelsenkirchen, Eduard-Spranger-Berufskolleg, Klasse AH-11

Lehrer: Dr. Ansgar Wolff

 

Gott ist zwar kein Mensch, der neben mir steht, aber trotzdem ist er immer bei mir. Eine Zeit lang habe ich nicht an Gott geglaubt: Warum hat er mich so krank werden lassen, bis kurz vor den Tod? Doch dann habe ich gemerkt, dass dies eine Aufgabe ist, um zu erkennen, wie wertvoll tolle Eltern und Freunde sind. Er hat mich geleitet und mir gezeigt, dass ich stark bin. Dass ich alles erreichen kann, was ich mir vornehme. Gott kann nicht über Böse und Gut entscheiden. Er hat uns das Leben geschenkt, doch was wir daraus machen, liegt in unserer Hand. Wir können entscheiden, ob die Welt böse oder gut ist. Es liegt in unserer Hand, ob die Welt so bleibt wie sie ist, oder ob wir etwas verändern.
Gott gab uns die Eigenschaften zu denken und zu handeln, doch wofür wir diese Eigenschaften einsetzen, bleibt uns überlassen. Ich habe zu Gott gebetet, und bis jetzt hat er mir alles, was ich mir gewünscht habe, erfüllt. Ich habe ganz fest daran geglaubt. Jeder, der glaubt, hat ein Stück von Gott in sich. Vielleicht ist es nur die eigene Willenskraft, aber wieso spürt man dann in dem Moment, dass man nicht alleine ist?
Ich denke, jedes Leben ist vorbestimmt. Jeder Mensch hat eine Aufgabe und soll sie so gut es geht ausfüllen und daraus lernen.
Mit Sicherheit gibt es keinen Gott, der über den Wolken im Paradies wohnt, aber irgend eine stärkere Macht gibt es, die über uns wacht, uns leitet und uns, wenn es gefährlich wird, einen Engel schickt.
Yvonne Morgenthal

Ich weiß nicht genau, ob es einen Gott gibt, und deshalb weiß ich auch nicht, ob ich an ihn glauben soll. Ich fühle mich zum Bild Gottes nicht hingezogen, ihm nahe und auch nicht vertraut. Es gibt keine Bilder oder Zeichnungen von ihm, niemandem ist er je begegnet. Ich kann ihn mir nicht vorstellen, genauso wie die Schöpfung der Erde. Ich brauche Beweise, um an ihn zu glauben. Wie müsste "Gott"" sein, wenn er tatsächlich existieren würde? Wie kann dann ein "Gott" soviel Unrecht und Böses auf der Welt zulassen. Menschen, die an ihn glauben, vertrauen ihm ihre Sorgen, Ängste und Wünsche an, doch es kommt keine Antwort von ihm. Wie kann man sich da sicher sein, dass es einen "Gott" gibt? Ist es nicht enttäuschend, an ihn zu glauben, wenn man doch kein Zeichen von ihm bekommt?
Karin Frohnert

Gott spricht nicht zu mir, er gibt mir Zeichen. Mal viel, mal weniger. Es kommt darauf an, in welcher Situation man sich befindet. Man hofft auf Gottes Hilfe, wenn man in schweren oder schlechten Zeiten ist.
Ich habe in letzter Zeit weniger an Gott geglaubt, vielleicht weil ich nicht auf seine Zeichen geachtet habe. Ich fühle mich momentan nicht wohl in meiner Haut, nur wer gibt mir Hilfe? Ich hoffe auf Gott und dass mein Unwohlsein nicht ausartet.
Ich möchte mich körperlich und auch innerlich verändern, und ich hoffe, Gott hilft mir dabei und lässt mich nicht allein.
Martina Bacha

Für mich ist Gott eine fiktive Figur, die von der Kirche ins Leben gerufen wurde, um viele damals unbekannte Sachen zu erklären. Des Weiteren wurde Gott von der Kirche zum Allmächtigen erklärt, um Geld zu machen, so z.B. mit Ablassbriefen.
Heutzutage sind viele Dinge, die von der Kirche als Gotteswerk bezeichnet wurden, wissenschaftlich erklärt, so dass Gott und die Kirche an Macht verloren haben.
Ich für meinen Teil halte Gott für fiktiv, weil man ihn nicht sieht oder ähnliches. Natürlich kann ich nicht ausschließen, dass es Gott gibt, weil ich weder seine Existenz noch seine Nicht-Existenz beweisen kann, aber ich glaube einfach nicht an Gott.
Manuel Günther

Meiner Meinung nach sagt mir Gott gar nichts. Ich gehe zwar jeden Sonntag in die Kirche, aber nur meiner Mutter zuliebe. Ich bin nicht sehr gläubig. Meine Mutter und ich diskutieren über Gott ab und zu, aber die Meinungen teilen sich sehr. Ich bete selten und nur, wenn es ein Notfall ist, zum Beispiel hatte mein Papa eine schlimme Krankheit, und da habe ich gebetet. Ich kann nur schwer an Gott glauben, weil ich ihn nicht sehe und nichts von ihm höre.
Katharina Turowski

Mein Gott in mir
Ich sehe Gott als einen Teil von mir, er ist in mir. Er gibt mir Kraft im Sport, in der Schule und um Freundschaften zu pflegen. Ich kann Gott meine Wünsche äußern und kann an ihn glauben. Ich fühle mich beschützt von ihm. Ich danke ihm jeden Tag für gute, aber auch für nicht so gute Ereignisse.
Alexander Sadowski

Gott sagt mir kaum etwas, oder ich höre ihm wohl nicht zu. Ich versuche nämlich, ohne Gott zu leben. Den Glauben an ihn habe ich schon länger verloren, da er so viel Leid zulässt und so viele Menschen sterben müssen. Doch Gott ist ein Teil unseres Lebens, der nicht verdrängt werden sollte. Ohne den Glauben und die Hoffnung an und auf Gott würde es den Menschen schlechter gehen und auch mir.
Aber ich weiß nicht, ob ich wieder an ihn glauben oder auf ihn hoffen kann. Denn wenn man die Bibel liest, stellt man fest, dass dort Wunder genannt werden, die nicht funktionieren können. Und Gott soll die Welt in sieben Tagen erschaffen haben?
Oder, so frage ich mich, warum soll ich an ihn glauben und wieder auf ihn hören?
André Babel

Gott bedeutet mir selbst nichts. Der Glaube an Gott hat sich über Jahrtausende in den Köpfen der Menschen eingenistet, aber auch nur, weil sie zu feige sind, ihre eigenen Fehler einzugestehen. Es ist anscheinend einfacher, alles auf eine "höhere Macht" abzuwälzen, als zu sagen: "Es ist meine Schuld." Beispielsweise ein Kinderschänder oder dergleichen, welcher 10 oder 20 Jahre im Gefängnis saß und später sagt: "Gott hat mir verziehen." Oder wenn Verwandte des Opfers sagen: "Ich verzeihe ihm, weil Gott es so wollte." Es ist doch ihr gutes Recht, den Mörder zu hassen. Warum sollte Gott es verzeihen? Ich meine, er hätte die Tat doch genauso gut verhindern können, würde er existieren.
Es passiert doch auch viel Leid "im Namen Gottes". Zum Beispiel gibt es diese fanatischen Gottes- (oder Allah-)Anhänger, die einfach mal so Menschen mit sich in den Tod reißen, weil sie in ihren kranken Köpfen den Gedanken hatten, sie würden das alles nur für "Gott" tun.
Das war jetzt ein sehr extremes Beispiel. Aber woher wissen wir, was ein gesundes Maß an Glauben ist? Wenn wir uns in Klöster "sperren" lassen und völlig abstinent leben? Aber wofür hat uns dieser "Gott" denn angeblich dieses Leben geschenkt, wenn wir es dann nicht genießen dürfen?
Daniela Bendixen

Wenn ich an die Frage denke, was sagt mir Gott, kommt mir als erstes in den Sinn, dass es - vielleicht - keinen Gott gibt. Menschen beten zu Gott und sprechen mit ihm in ihrer Not, aber die Antwort bleibt immer aus. Ich gehe zwar nicht in die Kirche, aber der Glaube an die Hoffnung und die eigene Stärke geben mir die Kraft. Gott ist für jeden ein anderes Symbol. Menschen richten all ihre Sorgen, Träume und Hoffnungen an ihn, glauben, dass er es erhört und den Menschen hilft. Er gibt viele Menschen, wie auch mir, die Kraft zum Leben.
Jennifer Rimböck

Ich denke, dass ein "Gott" gar nicht existiert. Er wurde erfunden, damit die Menschen etwas hatten, woran sie sich festhalten konnten. Etwas, an das sie glauben und auf das sie hoffen konnten. "Gott" wurde benutzt, um Antworten auf Fragen zu geben, die die Wissenschaft zur früheren Zeit nicht beantworten konnte. Aber der Glaube der Menschen war so stark, dass "Gott" bis heute erhalten blieb, zwar nur in den Köpfen der Menschen, aber vielen gibt dieser Glaube Kraft und Mut.
Fabian Lehnert

Im Prozess der Evolution fühlten sich die Menschen auf der Erde einsam und verlassen. Die Naturkräfte und das menschliche Verhalten waren häufig feindlich zueinander. Der Mensch brauchte Unterstützung, dadurch kam es zu der Entstehung des Symbols "Gott". Mit ihm konnte man sich allein unterhalten und ihm seine Geheimnisse anvertrauen und ihn um Hilfe bitten. Es ist nicht wichtig, ob er wirklich in der Natur existiert, Hauptsache, er existiert im Bewusstsein der Menschen. Und das Bewusstsein ist dasjenige energetische Niveau, das nur dann ausgeht, wenn die ganze Menschheit untergeht. Der Mensch erfand ethische Normen seines Verhaltens und legte sie in die 10 Gebote, denen man folgen sollte. Eines von ihnen lautet: "Du sollst den Namen deines Herrn nicht ohne guten Grund anrufen, noch ihn missbrauchen oder missachten." Deswegen sollte man weniger über ihn sprechen, ihn im Herzen tragen und seine Gebote befolgen. Und wenn das jeder Mensch tun wird, werden Frieden, das Verständnis und der Wohlstand auf dieser Erde sein.
Margarita Yermak

Für mich ist Gott die Kraft des Lebens, die Kraft, die in meinen Augen zwar nicht in sieben (?) Tagen die Welt erschaffen hat, die aber dafür sorgt, dass ich als Mensch jetzt hier meine Definition von Gott aufschreiben kann.
Gott ist für mich die Macht, die alles in Bewegung gesetzt hat, von den ersten Einzellern bis jetzt. Der Einzige, der diese Macht aufhalten kann, ist der Mensch, wenn er weiterhin so mit dem umgeht, was ihm von Gott gegeben wurde.
Christoph Rawert

Weitere Informationen finden Sie ebenfalls unter: http://www.christ-in-der-gegenwart.de/aktion

„ZEUS“ 2005 gestartet!

 

Es ist mal wieder soweit: „ZEUS“ (Zeitung und Schule) startet am Eduard-Spranger-Berufskolleg – und diesmal sind wir mit 10 Klassen daran beteiligt.

Unter der „Regie“ von Frau Fiand, Herrn Schepers, Herrn Niebisch, Herrn Feldhaus und Herrn Dr. Wolff schlüpfen die Schüler in die Rolle der WAZ-Redakteure, recherchieren, führen Interviews, schreiben selbst Artikel und lesen täglich ihre und andere Artikel in der WAZ, die sie in der Zeit vom 31. Januar bis zum 18. März druckfrisch jeden Morgen auf dem Tisch liegen haben. So wie auf den folgenden Fotos, aufgenommen beim „Zeitungsfrühstück“ der HH-U4 (Höhere Handelsschule/Unterstufe), die damit ihre „ZEUS“-Periode angemessen eröffnet hat.

 

26.01.2005/ LOKALAUSGABE / GELSENKIRCHEN

Interview am 26.01.2005 , Kriminalkommissariat 1 Nord (Gelsenkirchen)

Kriminalhauptkommissar, Herr Rainer Jambor

Allgemeiner Diebstahl in Geschäften durch Jugendliche

-Ladendiebstahl-

Zeus: Ab wann werden Jugendliche nach Straftaten statistisch erfasst?

Jambor: Jugendliche sind erst ab einem Alter von 14 Jahren strafmündig. Das bedeutet aber nicht, dass sie nicht schon viel früher

erfasst werden. Bereits Kinder ab 8 Jahren werden erfasst und auch durch die Polizei vorgeladen.

Zeus: Kann man das Alter aus der Statistik entnehmen?

Jambor : Ja. Danach sind die unter 14-Jährigen sehr stark in Erscheinung getreten. Die genauen Zahlen kann man der beigefügten Kriminalstatistik entnehmen.

Zeus: Welche Gegenstände werden am häufigsten aus Geschäften entwendet.

Jambor: Das hängt davon ab, ob es sich um Mädchen oder Jungen handelt. Mädchen entwenden überwiegend Kosmetikartikel, Jungen Computerspiele und Unterhaltungselektronik.

Kinder entwenden Gegenstände, die gerade im Trend liegen. z.B.

Diddl – Sachen oder Pokemonkarten.

Zeus: In welchen Geschäften wird überwiegend gestohlen?

Jambor: Jugendliche suchen überwiegend große, anonyme 

Geschäfte. Sie sind der Meinung, dass sie in der Masse unentdeckt 

Straftaten begehen könnten.

Zeus: Wie geht die Polizei mit den überführten Jugendlichen um.

Jambor: Zunächst werden vor Ort die Personalien festgestellt und die Jugendlichen bzw. Kinder werden immer den Eltern/Erziehungs-berechtigten übergeben. Anschließend wird eine Anzeige erstattet. Die Anzeige wird unabhängig vom Alter gefertigt. Jugendliche ab 14 Jahren werden dann von der Sachbearbeitung vorgeladen und zu der Straftat vernommen. Kinder ab 8 Jahren, aber unter 14 Jahren, werden ebenfalls vorgeladen und angehört. Die Vernehmungen bzw. Anhörungen finden immer im Beisein eines Elternteils statt.

Anschließend wird der Vorgang der Staatsanwaltschaft übersandt. Dort wird dann ein Strafmaß für Jugendliche ab 14 Jahren festgelegt.

Kindervorgänge werden dort nur gelagert.

Bei Mehrfachverstößen (manchmal auch bei Ersttätern) wird durch die Polizei das Jugendamt informiert und muss in allen Fällen auch tätig werden.

Zeus: Welche Strafen gibt es für Diebstähle?

Jambor: Pauschal kann man das nicht beantworten. Die endgültige Entscheidung liegt bei der Staatsanwaltschaft bzw. beim Gericht.

Die Polizei kann nur aufgrund eines persönlichen Eindrucks Empfehlungen aussprechen. 

Bei Ersttätern  kann das Verfahren unter Beachtung gewisser Auflagen eingestellt werden, z.B. soziale Arbeiten oder Geldstrafe für soziale Einrichtungen.

Bei Mehrfachtätern kann auch schon mal Jugendarrest ausgesprochen werden.

Zeus: Welche Gründe veranlassen Jugendliche zu stehlen?

Jambor: In den wenigsten Fällen spielt Geldnot eine Rolle.

Der Druck von außen, alles das zu besitzen, was andere auch haben, spielt eine große Rolle. 

Meistens werden Sachen gestohlen, die für den Jugendlichen gar nicht so wichtig sind.

Aber weil die Freunde den Gegenstand besitzen, möchte er ihn auch haben.

Zeus: Wir bedanken uns für das aufschlussreiche Gespräch.

Natalia Naumann, Vanessa Jambor, ... HH-U4, Eduard-Spranger-Berufskolleg

03.02.2005/ LOKALAUSGABE / GELSENKIRCHEN

Sie flirten fast so schön wie Carrie, Samantha, Charlotte und Miranda

"Sex and the City" gibt´s nicht mehr. Seitdem die letzte Folge der Kultserie Mitte Dezember gelaufen ist, schmachten Millionen weiblicher Fans nach neuen Geschichten rund um die schönste Sache der Welt. Drei Schülerinnen aus der Klasse HH-U4 des Spranger-Kollegs helfen.

 

"Ja, ich bin abgehauen. Ausgerechnet nach Dortmund. Hingezogen ohne zu überlegen. Für die große Liebe habe ich meine Freunde und meine Karriere zurück gelassen. Nur um allein gelassen zu werden? Ohne zu wissen, dass meine Liebe mich im Stich lässt?

Die letzten Sekunden in Verzweiflung und Einsamkeit brachten mir meine wirkliche Liebe zurück. Nie hat es geklappt, immer sind wir aneinander vorbei gelaufen, doch jetzt stand er vor mir! Er brachte mich zurück in meine Stadt - Gelsenkirchen! Zurück ins Leben, zu meinen Freundinnen. Endlich wieder in unserer Lieblingsbar Trujillo Cocktails genießen. Ich bin zurück. Mit der wirklichen Liebe?"

Ulrike Köhler, Uta Ollmert, Tanja Basar Eduard-Spranger-Berufskolleg

 

 

 

03.02.2005/ LOKALAUSGABE / GELSENKIRCHEN

Trikot-Tausch gibt's nur für Fußball-Kerle

Frauen und Fußball - geht das? Klar, findet Kristina Genter. Die Schülerin des Eduard-Spranger-Berufskollegs meint, dass es spätestens 2010 eine Fußball-Weltmeisterschaft geben sollte, bei der Frauen gegen Männer antreten. Was dagegen?

Was kann ich als Frau über Fußball sagen? 22 Spieler und ein Schiedsrichter mit zwei Assistenten, die auf dem Feld herumrennen. Hoffentlich hat der Mann mit der Pfeife nicht gewettet.

Fußball ist leider immer noch oft Ballett der Männer. Warum können die Kerle den Ball nicht so schön treten wie wir Frauen? Wäre doch schön, wenn auch die "Herren der Schöpfung" die Spiele gewinnen würden und Siegesfeiern feiern könnten.

Es ist ja nicht so, wie viele männliche Fans glauben, dass alle Spielerinnen der Frauenmannschaft dem Ball hinterherlaufen und sich streiten, an den Haaren ziehen und diskutieren, wer denn jetzt den Ball bekommt. Auch bleiben sie nicht stehen, um sich die Lippen nachzuziehen. Sie haben keine Angst, rennen auch nicht weg oder bekommen hysterische Anfälle, wenn ihnen der Ball entgegenkommt.

Der Kampfgeist ist da, um zusammen den Ball ins Tor zu bekommen. Ich hab´ es gesehen: Frauen können schönen Fußball spielen. Ich sage, sie können es sogar besser als viele Männer. Die Männer sollten einfach 2006 bei der Fußball-Weltmeisterschaft nachziehen und den Frauen beweisen, dass Sie genauso gut spielen können. Und 2010 heißt es dann: Frauen gegen Männer! Nur schade für die armen Männer, dass mit den Frauen kein Trikot-Tausch stattfinden wird . . .

Kristina Genter Klasse HH-U4 Eduard-Spranger-Berufskolleg

09.02.2005/ LOKALAUSGABE / GELSENKIRCHEN

Wenn die ZEUS-Seite eines morgens leer ist

Vielleicht sollte ich die 2000 Gelsenkirchener ZEUS-Schüler nicht zu sehr loben. Klar, der Start war gut. Aber mittlerweile stehe ich ohne Texte da. Also bitte, liebe ZEUS-Reporter, schreibt.

Und schickt die Texte per E-Mail zur Redaktion. Am besten mit schönen, spannenden Fotos. Wie die Bilder von Tatjana Platzeck zu ihrer Teakwondo-Geschichte. Die sind wirklich toll. So dynamisch, mit ganz viel Action.

Überhaupt muss ich als ZEUS-Beauftragter der Lokalredaktion Gelsenkirchen der Klasse HH-U4 des Eduard-Spranger-Berufskollegs ein ganz dickes "Dankeschön" sagen. Ohne eure Texte wären unsere ersten drei Seiten ganz schön leer gewesen.

Also - nach zwei Wochen solltet ihr langsam reinhauen. Auf meiner Themenliste stehen mittlerweile 93 Themen, die ihr selbst oder eure Lehrer mit mir abgestimmt haben. Es gibt viele spannende Geschichten. Zum Beispiel über den FC Schalke 04. Oder über die World-Games in Duisburg. Oder über das Musical "Aida" in Essen. Zum Glück interessiert ihr euch auch für Gelsenkirchener Themen. Einige Schüler der Gerhart-Hauptmann-Realschule wollen Oberbürgermeister Frank Baranowski interviewen. Andere schreiben über das Consol-Theater oder den Ruhr-Zoo. Besonders freue ich mich auf den Döner-Test. Mal gespannt, was die Testesser in Gelsenkirchen für Erfahrungen machen.

Bis Freitag können sich eure Lehrer auch noch mit der Journalistenschule Ruhr in Verbindung setzen und Sonderthemen aus einem dicken Katalog "buchen". Und wenn ihr oder eure Lehrer Fragen habt - ruft mich unter Tel: 1 70 94 18 einfach an. Am besten nach 14 Uhr, da bin ich garantiert im Büro. Ansonsten: weitermachen. dm

10.02.2005/ LOKALAUSGABE / GELSENKIRCHEN

Auch Mädchen sind erfolgreich beim Kampfsport

Heutzutage machen viele Jugendliche Kampfsport, ihr Interesse liegt vor allem darin, dass sie Selbstvertrauen und Konzentrationsfähigkeit erlernen. Speziell für Frauen ist immer noch der Punkt Selbstverteidigung wichtig. Es gibt spezielle Trainingsprogramme, die es möglich machen, dass kleinere und schwächere Menschen größere und stärkere Gegner abwehren können.

Früher wurden die Kampfsportarten durch Wettkämpfe, als Fitness für den eigenen Körper und für die Persönlichkeit beliebt. Die bekanntesten Disziplinen sind Karate, Kung-Fu, Jujutsu, Judo, Aikido, Tai Chi Chan, Taekwondo, Sumo und Kendo.

Bei einigen Kampfsportarten tragen die Schüler einen Gurt, der den Grad des Schülers anzeigt. Es gibt zehn Schülergrade. Anfänger fangen mit dem weißen Gurt an, danach folgen gelb, grün, blau, braun und schwarz. Danach kommen die neun Meistergrade, wobei der schwarze Gurt auch 1. Dan genannt wird. Erst ab dem 5. Dan zählt man als wirklicher Meister.

Taekwondo ist eine Kampfsportart, die aus Korea stammt (koreanisch tae: Fuß; kwon: Faust; do: Weg, Geist). Dieser Sport ist bekannt für sein typischen Sprung- und Fußtechniken. In den sechziger Jahren breitete sich Taekwondo über die ganze Welt aus. 1965 kam es nach Deutschland. 1973 waren die ersten Weltmeisterschaften in Seoul (Südkorea). Es ist eine Zweikampfsportart und es werden Angriffs- und Verteidigungstechniken gewertet. Dazu gehören Schlag-, Stoß- und Tritt-Techniken. Allerdings gibt es auch geistige und körperliche Regeln und Übungen, z. B. der Taekwondo-Eid:

„Ich verpflichte mich, die Grundsätze des Taekwondo einzuhalten.

Ich verpflichte mich, meinen Trainer und alle Höhergestellten zu achten.

Ich verpflichte mich, Taekwondo nicht zu missbrauchen.

Ich verpflichte mich, mich für Freiheit und Gerechtigkeit einzusetzen.

Ich verpflichte mich, bei der Schaffung einer friedlicheren Welt mitzuarbeiten.“

Und die Grundsätze (Höflichkeit, Integrität, Durchhaltevermögen, Selbstdisziplin, Unbezwinglichkeit) sind das wichtigste. Man unterscheidet auch die verschiedenen Trainingsmethoden, Wettkampf, Bruchtest und Formenlauf.

Taekwondo-Schüler tragen einen weißen Trainingsanzug, den sogenannten Dobok. Beim Wettkampf sind die Weste, der Kopfschutz und Arm-, Schienbein- und Unterleibsschoner Pflicht. Wettkämpfe gehen über zwei Runden, je zwei Minuten und dazwischen eine Pause von 30 Sekunden. Es kämpfen nur gleichgewichtige und gleichgeschlechtliche Teilnehmer gegeneinander.

Meine persönliche Geschichte mit Taekwondo sieht so aus:

Schon immer sah ich mir die tollen Kampfsportfilme im Fernsehen an, Karate Kid, Bruce Lee, Jackie Chan usw. Als ich sieben Jahre alt war, ließ meine Muter (Bettina Schulz, 40) mich bei einem Probetraining mitmachen. Ich war sofort begeistert von diesem Sport und kurze Zeit später kaufte mir mein Vater (Werner Platzek, 46) einen Trainingsanzug mit dem weißen Gürtel.

Voller Stolz trainierte ich mit meinem Trainer Andreas, so dass er mich die ganzen Jahre durch alle Prüfungen begleitete. Bei dem grünen Gurt hatte ich eine „schlappe Phase“, denn meine Trainingspartnerin Anna wechselte den Verein und mein Trainer engagierte einen zweiten Trainer, da er eine Universität besuchen wollte. Mit dem neuen Trainer hatte ich oft Auseinandersetzungen, weil er sich meistens nur mit den kleineren Schülern beschäftigte und ich mich nicht auf meinen Schwarz-Gurt konzentrieren konnte. Um mich richtig auf diese wichtige Prüfung vorzubereiten, wechselte auch ich nach so vielen Jahren vom Polizeisportverein zum Budosportverein. Meine neue Umgebung gefiel mir sehr gut und mein neuer Trainer beschäftigte sich intensiv mit mir und ich bekam nach fast einem Jahr meinen schwarzen Gurt.

Ich gehe auch weiterhin zweimal in der Woche zum Training, wo ich meinen Stress abreagieren kann. Danach bin ich sowohl „ausgepowert“ als auch gelassen. Aber durch das Training habe ich auch Selbstdisziplin gelernt.

Viele Erfahrungen habe ich bei Wettkämpfen gesammelt, z. B. auf der Kid’s German Open oder Euro-Cup. Meine Eltern sind sehr stolz, dass sie ein kampfsportbegeistertes Mädchen großgezogen haben. Denn heutzutage muss man sich als Mädchen „durchschlagen“ und verteidigen können. Meine Mutter macht sich jetzt auch nicht mehr so viele Sorgen, wenn ich am Wochenende mal ein bisschen länger weg bin.

14.02.2005/ LOKALAUSGABE / GELSENKIRCHEN

Von kreativen Köchen und Einkäuferinnen

Alles ist im Fluss, sagt Konfuzius. Auch bei ZEUS. In der heutigen Ausgabe geht es um die besten Einkaufsadressen, leckeres Essen und sanitäre Anlagen. So schließt sich der Kreis.

Gelsenkirchen ist optimal zum Einkaufen. Das jedenfalls schreiben Tanja, Ulrike und Uta aus der Klasse HH-U4 vom Eduard-Spranger-Berufskolleg in ihrer Kolumne "Sex and the City." Sie sprechen schon fast so respektlos über Männer wie ihre Vorbilder aus der Kultserie . . .

Kultstatus in der Kochszene hat der Gelsenkirchener Matthias Ruta. Er wurde durch die Sendung " Koch-Duell" bekannt und gibt den Koch-Azubis Bastian und Hussein vom Berufskolleg Königstraße praktische Tipps.

Tipps für die Recherche haben sich 18 angehende Anlagenmechaniker vom Berufskolleg für Technik und Gestaltung geholt. Sie haben mich und Fotograf Martin Möller zum Klassenbesuch eingeladen. Dabei ist unser großes Aufmacherfoto entstanden. Nicht, dass es zu Missverständnissen kommt: Als Klopapier würden die ZEUS-Redakteure die WAZ nie benutzen.

Vielleicht wäre es ja auch für eure Klasse interessant, wenn ich mal vorbei komme und etwas über die WAZ erzähle. Oder vielleicht möchtet ihr unsere Redaktion besichtigen? Kein Problem. Sprecht mit eurem Lehrer und ruft in der ZEUS-Redaktion an, Tel: 170 94 18.

Gefreut habe ich mich, dass am Wochenende einige neue Texte angekommen sind. Weiter so! Und super ist auch, dass sich so viele Schüler und Lehrer Themen mit der Redaktion abgesprochen haben. 139 verschiedene Themen stehen jetzt auf der Liste, eins spannender als das andere. Das klingt echt gut. Ansonsten: weitermachen. David Mache

14.02.2005/ LOKALAUSGABE / GELSENKIRCHEN

Braucht ER SIE nur für den „Quickie“?

Warum tun sie Dinge, wie: uns Frauen immer zu Entscheidungen zu drängen, wir brauchen Zeit! Wir wollen nicht gleich alles überstürzen, wir überdenken alles und denken weiter, auch was die Zukunft bringen würde mit ihm an der Seite! Aber Männer, haben die jemals schon darüber nachgedacht?

O.K., man lebt immer im „Jetzt“, doch was bringt die Zeit, ist er es wert, verletzt er mich oder ich ihn, hält es lange, wäre es der Mann, den ich heiraten würde, mit dem ich Kinder will oder doch nur eine kurze Affäre?

Das Einzige, was er mir dazu antworten würde, wäre: „ICH LIEBE DICH!“ Ja gut, alles klar! Nein, nichts ist klar! Das macht es doch noch viel schwieriger: Meint er es ernst oder war es nur so dahin gesagt, wieso sagt er das, sind es für ihn denn keine wichtigen Fragen?! Nee, Männer denken über so was nicht nach. Denn was kommt, das kommt! Nach dem „Motto“: Nehmen wir mal alles mit, was uns über den Weg läuft, Hauptsache „geil“ und leicht zu haben, denn die drei Wörter sind ja leicht dahin gesagt und ihr fällt es „ja sowieso nicht auf“, dass man sie nur als Vorzeigeobjekt oder als „Quickie“ braucht. Oder meint er es wirklich ernst? Denken wir immer falsch über die männlichen Geschöpfe? Wenn sie und doch bloß Fragen beantworten würden und nicht immer nur „Ich liebe Dich“ sagen würden, dann wäre für uns doch auch alles einfacher und eventuell schneller zu verkraften.

14.02.2005/ LOKALAUSGABE / GELSENKIRCHEN

Die andere Seite der Anmeldung

Ein Kommentar zweier angehender Arzthelferinnen

Eigentlich hört man immer nur die eine Seite, nämlich die der Patienten. Sie beschweren sich über den Arzt oder die Arzthelferinnen. Oftmals geht es darum, dass die Arzthelferin zu unfreundlich sei. Sie lässt einen viel zu lange warten, sie vergibt viel zu spät Termine usw. Doch es ist oft nicht so, wie man es aus der Sicht vor der Anmeldung sieht.

Arzthelferinnen sitzen nicht nur an der Anmeldung und lesen ab und an ein paar Karten ein. Nein – die Arzthelferinnen oder besser: wir als Arzthelferinnen versuchen wirklich, es allen Patienten recht zu machen. So wie es hoffentlich in jedem Beruf der Fall ist. Dabei müssen wir aber ein paar Dinge noch einmal klar stellen, die für das Verständnis unserer Situation wichtig sind: Es ist selbstverständlich, dass Patienten mit Termin eher zum Doktor ins Zimmer kommen als Patienten ohne Termin. Wir lassen die Patienten ohne Termin auch nicht bis zum Ende der Sprechstunde warten, sondern versuchen, sie dazwischen zu schieben. Auch verstehen manche Patienten nicht, dass Notfälle Vorrang haben. Viele denken einfach zu sehr an sich und ihr eigenes Wohl. Nur, in einer Arztpraxis geht das nicht so einfach. Wir als Arzthelferinnen werden dann nicht gerade sehr freundlich angesprochen. „Warum dauert es denn heute wieder so lange?“, das hören wir oft, zu oft. Dabei haben wir keinen Einfluss auf die Behandlungsdauer. Vielleicht sollte jeder Patient einfach mal daran denken, dass auch er mal in eine Situation kommen könnte, in der es ihm so schlecht geht, dass der Arzt viel Zeit für seine Behandlung einplanen muss. Damit wäre bestimmt beiden Seiten etwas geholfen. Und, lieber Patient, versetz Dich für einen Moment in unsere Lage, setz Dich auf die andere Seite der Anmeldung – und dann, erst dann …

AZM2, Eduard-Spranger-Berufskolleg,

Haschisch kann der Start in die Drogenkarriere sein

Sozialarbeiter setzt auf Suchtprävention – Individuelle Beratung mit verschiedenen Hilfsmöglichkeiten

Haschisch ist eine „Einstiegsdroge“ - diese Aussage hört man heutzutage sehr oft, doch viele Menschen, vor allem Jugendliche, wissen gar nicht, was das für eine Droge ist und was sie eigentlich bewirkt. Kristina Schütz, Ramona Cyrus und Sabrina Schrimpf sind dieser Aussage auf den Grund gegangen und sprachen mit Jürgen Gayk (43), einem Sozialarbeiter beim Kontaktzentrum der Drogenberatung Gelsenkirchen ist.

ZEUS: „Wie viele Drogenabhängige gibt es in Gelsenkirchen?“

Jürgen Gayk: „1200 – 1500 Drogenabhängige.“

ZEUS: „In welchem Alter sind die Drogenabhängigen?“

Jürgen Gayk: „Es kommen Menschen zu uns im Alter von 18 Jahren. Den ersten Kontakt zu Haschisch haben vereinzelt Jugendliche im Alter von 12 – 13 Jahren, in der Regel sind sie aber 15 bis 16 Jahre alt.“

ZEUS: „Wie viele Menschen suchen die Hilfe selbst?“

Jürgen Gayk: „Die Leute kommen freiwillig zu uns, wenn sie merken, dass der Leidensdruck zu hoch ist und sie ihn nicht mehr ertragen können. Es ist wichtig, dass die Menschen von sich aus aufhören wollen, denn dann ist auch die Aussicht auf Erfolg höher.“

ZEUS: „Was führt die Jugendlichen dazu, Drogen zu nehmen?“

Jürgen Gayk: „Sucht hat immer eine Ursache. Die Menschen, die betroffen sind, haben häufig tiefgehende Probleme. Derjenige muss sich aber auch selbst im Klaren sein, dass da etwas nicht in Ordnung ist. Der Süchtige versucht über den Konsum die Probleme zu
überdecken.

ZEUS: „Was kann man tun, damit die Jugendlichen erst gar nicht damit anfangen, Drogen zu konsumieren?“

Jürgen Gayk: „Persönlichkeitsstärkung ist sehr wichtig, denn wenn man eine starke Persönlichkeit hat, dann ist man auch stark genug, seine Probleme alleine oder mit Hilfe zu lösen. Eine große Rolle spielt auch das Elternhaus, da Suchtvorbeugung schon im Säuglingsalter anfängt und mit dem 18. oder 20. Lebensjahr enden sollte. Wichtig für die Suchtvorbeugung ist auf jeden Fall Geborgenheit, Vertrautheit und natürlich Verständnis.“

ZEUS: „Wie kann man Betroffenen helfen?“

Jürgen Gayk: „Als Außenstehender kann man immer nur einen Anstoß geben. Derjenige muss selbst merken und verstehen, dass er Hilfe braucht. Grundsätzlich kann man bei Drogenproblemen Hilfe in der Drogenberatung erhalten, eben auch bei Haschischkonsum oder gar Haschischabhängigkeit. Dort führen Sozialarbeiter ein Gespräch mit ihnen, um an die Ursache für den Drogenkonsum zu gelangen. Auch Jugendliche, die ein Haschischproblem haben, können eine Therapie machen.“

ZEUS: „Welche Hilfe bieten Sie ihnen an? Ist die Hilfe erfolgreich?“

Jürgen Gayk: „Zuerst beraten wir diejenigen, die zu uns kommen. Wir sprechen mit ihnen, suchen nach dem richtigen Weg. Dann gucken wir, wie wir gemeinsam das Problem lösen können. Es gibt verschiedene Hilfsmöglichkeiten. Heroinabhängige kriegen eine Therapievermittlung. Entweder eine ambulante oder stationäre Therapie und eine psychosoziale Begleitung. Das heißt, wenn der Arzt meint, der Abhängige dürfe Methadon nehmen, dann muss sich der Betroffene zuerst einen Sozialarbeiter suchen, der ihn durch das Methadonprogramm begleitet. Dann erst bekommt dieser Klient Methadon.“

ZEUS: „Was können Sie zu der Aussage „Haschisch – eine Einstiegsdroge“ sagen?“

Jürgen Gayk: „Diese Aussage stimmt so nicht. Vielfältige Untersuchungen zeigen, dass dem Konsum von illegalen Drogen in der Regel ein intensiver Konsum legaler Drogen wie Nikotin und Alkohol vorausgeht. Die meisten Jugendlichen, die Cannabisprodukte probiert haben, hören nach relativ geringer Zeit mit dem Konsum wieder auf, beispielsweise weil ihre Neugier befriedigt ist. Gleichwohl ist der Erwerb von Cannabisprodukten strafbar, und somit kann ein häufiger oder regelmäßiger Konsum zum Beispiel von Haschisch einen Einstieg in die Illegalität bedeuten. Im Grundekann die erste Zigarette z. B. schon der Einstieg in eine Sucht sein.“

ZEUS: „Welche Konsequenzen hat der Konsum von Haschisch?“

Jürgen Gayk: „Entscheidend ist nicht, dass Haschisch konsumiert wird, sondern wie der Konsum aussieht: Handelt es sich um ein Probieren, ist es Gewohnheit, regelmäßiger Konsum oder bereits missbräuchlicher Konsum oder konsumiert der Mensch sogar süchtig?“

Von Kristina Schütz, Sabrina Schrimpf und Ramona Cyrus. Klasse HHU4, Eduard-Spranger-Berufskolleg

 

Sex and the City: Ein Wochenende unter Freunden!?

Ich hab mich so gefreut auf dieses verdammte Wochenende mit meinen Freunden! Da wir uns schon so lange kennen, wollten wir gemeinsam ausspannen, nicht an die Arbeit denken, keine Verantwortung tragen und einfach mal so richtig ausschlafen. Leider war das nicht der Fall!

Die Voraussetzungen waren gut: Schnee lag und alles war super, bis wir an der  Hütte ankamen. In der Hütte war es kälter als draußen. Wir machten den Kamin an, es dauerte jedoch geschlagene 3 Stunden, bis das Haus relativ warm war, wir aber noch lange nicht.  Die Toilette und das Wasser funktionierten erst nach zwei Stunden, somit fing alles an, wie es einfach nicht anfangen durfte! Das Wochenende wurde zu einer reinen Katastrophe. Wir waren zu viert und dachten, dass wir alle das Gleiche vorhatten: "Faulenzen", doch leider fiel einer aus der Reihe. Er wollte wandern, Spaziergänge machen usw., aber wir waren doch nicht dort hingefahren, um kaputter zu sein als vorher. Zwei Stunden jagte er uns durch den tief verschneiten Wald, zusätzlich noch den „fetten“ Rodelberg hoch. Natürlich passierte es, einer von uns verstauchte sich den Fuß, somit musste ein anderer zurücklaufen, um das Auto zu holen. Da hatte er seinen Spaziergang bekommen. Aber die Frage, die wir uns im nachhinein stellten, lautete: Kannten wir den „vierten Mann“ doch nicht richtig? Wieso war er am Wochenende so anstrengend? Ohne ihn wäre es besser gewesen, oder? Kann man sich so täuschen, oder lag es einfach an der Zusammenstellung: zwei Männer und zwei Frauen? Das sind Fragen, welche dieses ganze Wochenende plagen! Warum sind Leute so anders im Urlaub? Liegt das nur daran, dass man dann zwei bis drei Tage aufeinander hockt – dass man mal raus ist aus Gelsenkirchen, wenn auch nur für kurze Zeit?

Ulrike Köhler, Uta Ollmert, Tanja Basar, HH-U4, Eduard – Spranger- Berufskolleg

50 Jahre Eduard-Spranger-Berufskolleg - 50 Jahre Haus des Lernens

Buerer Berufskolleg feiert 50-jähriges Jubiläum

Von der Tapas-Bar bis zum Creperie-Stand. Alles wurde den Besuchern des 50-jährigen Jubiläums des Eduard-Spranger-Berufskollegs geboten. Denn zu feiern gab es schließlich viel. 50 Jahre Eduard-Spranger-Berufskolleg bedeutet nämlich auch 50 Jahre „Haus des Lernens“ und ist somit auch ein zentraler Punkt von Institutionen.

Dass hierbei nicht nur die Entwicklung der persönlichen und sozialen Kompetenzen im Vordergrund steht, sondern dass „die gesellschaftliche Verantwortung einer Lehranstalt nur gemeinsam  getragen werden kann“, stellte Oberstudiendirektor Hans-Georg Katzmarzik deutlich heraus.

50 Jahre Schulleben haben jedoch das Gebäude des Eduard-Spranger-Berufskollegs nicht ganz unversehrt hinterlassen. „Die Stadt ist für den Zustand verantwortlich“, so Oberbürgermeister Frank Baranowski. Die Raumnot sei mittlerweile so groß, dass Klassen mehrmals die Woche auch nachmittags Unterricht haben. Die Situation am Arbeitsmarkt trägt sicherlich auch hier dazu bei, die Stadt werde jedoch in den kommenden Monaten zusätzliche Räume schaffen. Zuerst durch das Aufstellen durch Container und mittelfristig durch einen Anbau längs des Parkstreifens der Verkehrsgesellschaft. Denn Bildung ist kein Almosen, vielmehr hätten die Schüler Anspruch darauf.

Das Eduard-Spranger-Berufskolleg habe Vorbildcharakter mit seinem breiten Bildungsangebot und wird auch im nächsten Jahr die erste Abiturklasse verabschieden können, die derzeitige AH 12.

Der Vertreter der Bezirksregierung Münster, Herr Horst, wies darauf hin, dass der Strukturwandel die jüngere Generation im Ruhrgebiet mehr fördere als die ältere Generation. Nun sei ein „Strukturwandel in den Köpfen notwendig“.

Das Festprogramm wurde immer wieder begleitet von A-Capella-Gesängen und Tanzeinlagen verschiedenster Kulturen wie dem Bauchtanz.

Es gab jedoch auch im Gebäude selbst viel zu bestaunen. So hatten die Schülerinnen und Schüler einige Ausstellungen, wie z.B. die Ausstellung „ESBK gestern und heute“, zu bieten und selbst musisch begabte Gäste kamen an diesem Festtag nicht zu kurz: Sie konnten bei einer Karaoke-Vorstellung ihre Stimmgewalt beweisen.

Alles in allem war diese Jubiläumsfeier eine gelungene Veranstaltung, die durch den gemeinschaftlichen  Einsatz von Lehrern und Schülern für alle Beteiligten unvergesslich wurde. Diese Feier gab auch Hinweise auf die stark ausgeprägte Hilfsbereitschaft der Lehrer, die sich die Maxime „Fördern durch Fordern“ auf die Fahnen geschrieben haben.

50 Jahre Eduard-Spranger-Berufskolleg - 50 Jahre Schulleben, auf die die Stadt Gelsenkirchen stolz sein darf.

 

Thomas Terhorst, AH 12

 

Ab in die andere Welt

Viele Jugendliche tauchen in Online-Spiele ab - und nur schwer wieder auf.

Der Anspruch, immer der Beste sein zu wollen, wird vielen zum Verhängnis Womit beschäftigen sich viele Jugendliche daheim, wenn sie nichts zu tun haben? Diese Frage ist oft schnell beantwortet: mit ihrem Computer. Besonders das Internet spielt eine große Rolle. Daher sind so genannte Online-Spiele immer mehr im Rennen.

Onlinespiele sind gebührenpflichtig, kosten etwa 13 E pro Monat. Die Spiele werden immer weiter ausgebaut und es kommen stetig Features hinzu. Jeder möchte mit dem anderen mithalten, beziehungsweise auf ein höheres Level steigen, um der Beste zu sein. Je länger man spielt, umso besser und stärker wird die eigene Figur. Doch darin liegt eine Gefahr, die viele nicht sehen: Onlinespiele können schnell zur Sucht ausarten.

Der Anspruch, immer der Beste sein zu wollen, kann vielen zum Verhängnis werden. Die Spieler denken jede Minute daran, wie sie ihren Charakter weiter ausbauen können und verlieren dadurch sogar oft den Bezug zur Realität. Sie werden nervös, wenn sie lange nicht an den PC können, weil sie denken, sie könnten etwas versäumen. Der erste Gang, daheim: zum PC und den geliebten Freund herzlich begrüßen. Sobald das Spiel startet geraten sie in eine andere Welt, aus der sie nur mit Unbehagen wieder hinaustreten. Wenn der Alltag sie einholt.

Sarah Brix, Tim Tegtmeier, Marcel Danielzick und Nina Fechner, HHU5

26.02.2007

 

 

Aufeinander zugehen

KOMMENTAR
Immer mehr Lehrer weigern sich, an Klassenfahrten teilzunehmen. Auf Grund ihrer negativen Erfahrungen wollen viele Lehrer keine Klassenfahrten mit ihren Schülern mehr unternehmen. Aus Sicht der Lehrer benehmen sich die Schüler nicht angemessen: Sie halten sich nicht an Regeln und enttäuschen das Vertrauen, dass die Lehrer in sie setzen müssen, soll die Klassenfahrt ohne Schwierigkeiten ablaufen.

Das Verhalten der Lehrer ist dabei aber nicht logisch: Einerseits wollen sie ein besseres Verhältnis zu den Schülern entwickeln, andererseits wollen sie dies aber nicht durch eine gemeinsame Klassenfahrt verbessern.

Was könnte dazu beitragen, dass beide Parteien sich wohlfühlen und das beiderseitige Verständnis für einander gestärkt wird? Eine Umfrage ergab, dass Schüler die Lehrer bei Fahrten oft als Spaßbremsen empfanden, die Klassengemeinschaft aber besser geworden sei. Die Lehrer müssten lockerer werden und weniger strenge Regeln aufstellen, die dann befolgt würden.

Wir schließen daraus, dass beide Parteien aufeinander zugehen und die jeweilige Meinung der anderen respektieren sollten, damit auf der nächsten Klassenfahrt nichts mehr schiefgehen kann.

Isabell Borchert, Melanie Hamm und Marcel Danielzick, HHU5

08.03.2007

Auflösung von Klassen: letzte Möglichkeit

Hans-Georg Katzmarski, Leiter des Spranger-Berufskollegs.Zum Anfang dieses Halbjahres mussten am Eduard-Spranger-Berufskolleg mehrere Klassen aufgelöst werden. Dafür gibt viele Gründe. Gründe, für die viele Schüler oft kein Verständnis haben: Man wird aus seinem gewohnten Umfeld gerissen, Freunde werden getrennt und man fühlt sich wieder wie an seinem erstem Schultag und hat Angst vor der neuen Klasse.

Daher haben wir den Schulleiter, Hans-Georg Katzmarzik, zu diesem Thema einige Fragen gestellt. Zunächst wollten wir wissen, wieso es zu den Klassenauflösungen kam. Katzmarzik nannte abgehende Schüler, Lehrermangel und zu wenig Unterrichtsstunden für die Klassen als wichtigste Gründe. Im selben Atemzug beteuerte Katzmarzik jedoch, dass eine Klassenauflösung für ihn die letzte Möglichkeit sei, diesen Schwierigkeiten zu begegnen.

Auch für Lehrer sei es nicht einfach, Klassen zu trennen. Daher werden solche schwerwiegenden Entscheidungen immer im Team und nach langem Nachdenken getroffen. Hierbei sei das Auswahlprinzip der Schülerstand der einzelnen Klassen und nicht - wie viele glauben - Sympathien oder Antipathien gegen bestimmte Klassen, die etwa besonders laut seien oder sonst in ihrem Sozialverhalten negativ auffielen.

Ein Trostpflaster blieb zum Schluss: Weitere Klassenauflösungen seien am Eduard-Spranger-Berufskolleg bis auf weiteres nicht geplant.

Patrick Schiller, Sarah Brix, HHU 5

23.03.2007   

 

Drei Prozent gelten als onlinesüchtig

Große Probleme im richtigen Leben Die negativen Begleiterscheinungen des boomenden Internets: Für eine steigende Zahl von Anwendern wird das faszinierende Netz zur Sucht. Von 1,7 Millionen Internet-Usern in der Schweiz werden rund 50 000 Surfer als onlinesüchtig - oder gefährdet - eingeschätzt. Untersuchungen in Deutschland zeigen, dass etwa drei Prozent der Internetnutzer diese Tendenzen zeigen. So gibt es weltweit erste Betroffene der neuen Krankheit "Onlinesucht".

Im Vordergrund steht für den Süchtigen hierbei die regelmäßige Kommunikation, E-Mail und das Treffen der Onlinefreunde beim Chatten. Die intensive Nutzung des Internets beschert manchem Computerfan ungewöhnlich hohe Telefonrechnungen. Die Folgen einer Online-Sucht äußern sich aber auch in Krankheitssymptomen: Betroffene können kein Ende finden und zeigen seelisches Leiden, wenn es keinen Zugang zum Computer gibt. Zudem verlieren sie das Interesse am Job und an der Familie und an allem, was nicht in der virtuellen Welt stattfindet. Forschungsergebnisse belegen, dass eine große Anzahl der User im wirklichen Leben erhebliche Probleme bekommt.

Wie beim Alkoholismus oder der Drogenabhängigkeit sind bei der neuen Krankheit "Onlinesucht" Kriterien für Suchtverhalten erfüllt. Um den Ausweg aus der virtuellen Verirrung zu finden, ist professionelle Hilfe ratsam. Individuell ist dabei zu entscheiden, ob der Gang zum Therapeuten, zu einer Beratungsstelle oder einer Selbsthilfegruppe angestrebt wird.

Etienne Kalinowski, Ediz Ergün, Yannick Guigma und Dietrich Sinitzki, HHU5

01.03.2007   

 

 

Eisschollen, Schatzsuche und Bootstrip

Zoom bietet mehr als "nur" Tiere

Gelsenkirchen. Zoom wirbt mit dem Namen Erlebniswelt - doch ist es wirklich eine Erlebniswelt? Ein Blick auf das Angebot: Zoom bietet viele Attraktionen wie z.B. die Schatzsuche "Joe´s Claim". Dort können die Zoobesucher in die Welt der Goldgräber eintauchen. Oder das Aufregende "Alaska Ice Adventure", in dem sich die Besucher auf einer virtuellen Eisscholle durch die Natur Alaskas bewegen.

Neben den vielseitigen Angeboten bietet die Zoom-Erlebniswelt viele Tiere, die sich in verschiedenen Welten bewegen. In Alaska findet man unter anderen Eisbären, Seelöwen und Rentiere. Desweiteren gibt es noch die Erlebniswelt Afrika. Dort kann man eine Trip auf der "African Queen" machen. Bei dieser Bootsfahrt fährt man an zahlreichen exotischen Tieren vorbei. Die Erlebniswelt Asien wird noch fertig gestellt und soll 2008 eröffnet werden.

Wenn man nach einem spannenden und aufregenden Tag die Reise durch die Erlebniswelten beendet hat, hat man das Gefühl eine kleine Weltreise gemacht zu haben, da die Tiere zum Greifen nah sind und die Gehege authentisch nachgebaut sind.

Kelly Kosmoll, Lisa Scholz, HHU5 22.02.2007   

 

Mancher greift mit 13 Jahren zur Flasche

Schon sehr früh greifen Jugendliche zu Bier und Schnaps.Der Alkoholkonsum bei Jugendlichen beginnt immer früher. Sogar schon mit 13 Jahren fängt manch einer - beeinflusst durch die Clique, in der er sich befindet - an, das erste Bier zu trinken und kommt somit auf den Geschmack von Alkohol.

In den meisten Fällen handelt es sich also um Gruppenzwang. Wenn sie dann aber einmal getrunken haben, merken viele Jugendliche, dass Alkohol hemmungsloser macht oder sich durch "Frustsaufen" Probleme für kurze Zeit verdrängen lassen. Zum Beispiel Probleme mit den Eltern. Viele Jugendliche kennen auch ihre Grenzen nicht und übertreiben es mit dem Alkohol. Endstation Krankenhaus - wegen einer Alkoholvergiftung.

Die Politik versucht das Problem mit einer Altersbeschränkung zu lösen. Dennoch gelangen Jugendliche durch einen einfachen Trick an Alkohol: durch ältere Freunde, die das gewünschte Getränk besorgen. Ein großes Problem ist auch, dass Alkohol aus Langeweile getrunken wird. Weil sie keine Alternative sehen, stehen die Jugendlichen mit der Clique (und Alkohol) auf der Straße.

Markus Kozik, Krystian Dobropolski, HHU 5

21.02.2007   

 

Wo sind die Politiker?

KOMMENTAR
Dass Gelsenkirchen kein Geld hat, weiß jedes Kind. Dass sich das auf die Schulen auswirkt, ist noch nicht an die Öffentlichkeit vorgedrungen: kaputte Stühle und Toiletten, veraltete Bücher, beschmierte Wände - kein Geld, um die Probleme zu beheben.

Auch am Eduard-Spranger-Berufskolleg ist das so. Ein großes Problem: der Platzmangel. Teils werden Schüler in Containern untergebracht, teils in einem weiter entfernten Pavillon. Bei den Ursachenforschung gehen die Meinungen der Schüler und Lehrer auseinander. Während Schüler die Schuld bei Politikern suchen, geben die Lehrer den Schülern die Schuld, vor allem bei kaputten Stühlen etc.

Einigkeit herrscht aber, dass die Optik die Lernbereitschaft beeinträchtigt. Wann ist es Zeit, die Schule zu verschönern? Wo sind die Politiker, wenn man sie braucht? Ein Gebäude wird gebaut. Bis dieses fertig ist, werden Jahre vergehen. Die Schüler müssen sich mit den Containern zufrieden geben.

Patrik Filipovic Krystian Dobropolski Miriam Bazairi, HHU5

05.03.2007