
Die
„Monster“ sind los
Berühmtes Theaterstück
begeistert Schüler des ESBK
Ein energiegeladenes Bühnenspiel entfesselte das Gastspiel des „Euro Theaters
Central“ aus Bonn im Consol-Theater (Gelsenkirchen-Bismarck) mit seiner
Inszenierung des Wirtschaftsdramas „Top Dogs“ von Urs Widmer.
Gleichsam als eine
Verlagerung des Unterrichts ins Theater besuchten die Schüler der gymnasialen
Oberstufe und der Höheren Handelsschule mit insgesamt knapp 300 Schülern die
Doppelvorstellung am 14. Januar dieses Jahres.
„Top Dogs“, das sind
Spitzenkräfte aus den Managementebenen unserer Wirtschaftswelt. Es sind Großverdiener
in einflussreichen Positionen. Acht von
ihnen müssen sich in Widmers Drama mit einem maßgeblichen Problem unserer Zeit
auseinandersetzen, das selbst vor den Chefetagen der Unternehmen keinen Halt
macht: die eigene Arbeitslosigkeit! Während ihrer Teilnahme bei einem Seminar für
arbeitslose Manager offenbaren sich verschiedene emotionale Prozesse. Die
berufliche Neuorientierung zieht bei den „Top Dogs“ eine außergewöhnliche
Form von sozialem Druck mit sich. Es wird ein tiefer Einblick in die
menschlichen Abgründe der Probanden geboten. Die hart berechnende
Weltwirtschaft hat einige von ihnen zu seelischen „Monstern“ gemacht.
Der
Regisseur Ulrich J. C. Harz interpretierte dieses Stück mit seinem vierköpfigen
Ensemble auf ganz eigene Weise.
Ein Boxring als zentraler
Punkt der Handlung verbildlichte den unerbittlichen Arbeitskampf des „Freien
Marktes“. Sportlich aggressiv unterstrich das Schauspielensemble - Bettina
Scholmann, Nadja Soukop, Knud Fehlauer und Lothar Schwarzer - in einer gekürzten
Fassung des Dramas das Ringen um die Perfektionierung des modernen
Arbeitnehmers.
Bei
der direkten Ansprache des Publikums als Seminarteilnehmer verwandelte sich der
gesamte Saal zur Bühne. Durch diese außergewöhnliche Dynamik realisierte sich
die Illusion der eigenen Betroffenheit. Ein befremdliches Gefühl für die Schüler
unserer Schule, die naturgemäß ganz am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn
stehen. Im Anschluss an die Vorführung stellten sich der Regisseur und die
Mitglieder des Ensembles den Fragen der dankbaren Zuschauer.
Denise Wroblewski, Schülerin
des diesjährigen Abiturjahrganges, äußerte sich nachdenklich über die
lokalen Gegebenheiten der Aufführung: „Dieses Stück in der Stadt mit der höchsten
Arbeitslosenquote Nordrhein-Westfalens zu spielen, mag ein künstlerischer
Fingerzeig des Regisseurs sein.“
Deena Holz, AH 13A
Der
Hochmut,…
kommt vor dem Fall. Mit
diesem Problem müssen sich auch sogenannte Top Dogs, hoch bezahlte Manager in Führungspositionen,
auseinandersetzen, wenn sie ihrer Entlassung gegenüber stehen. In dem Stück
von Urs Widmer, welches auch „Top Dogs“ heißt, geht es genau um diesen
Punkt. Das Stück wurde am 14.01.2008 im
Consol Theater in Gelsenkirchen Bismark aufgeführt.
Die Umsetzung sprach für
sich und das Bühnenbild begeisterte. Von Knall auf Fall war man als Zuschauer
Teil der Aufführung und erlebte den Kampf von soeben entlassenen Managern mit
sich selbst und ihrem gewohnten Alltag. Ein
Boxring diente als Schauspielort des Outplacement-Büros, welches die erste
Anlaufstelle für gerade Entlassene ist. Aus alt wurde jung, aus der Schweiz,
dem Ursprungsort des Dramas, wurde Gelsenkirchen. Die Inszenierung wurde dem
Zuschauer quasi auf den Leib geschneidert und überzeugte dadurch sehr. Die
Emotionen der Darsteller überschlugen sich, hysterisches Lachen, aber auch
leidvolles Weinen gehörten dazu.
Teils nachdenklich
gestimmt, aber auch etwas schadenfroh, dass es eben nicht immer nur den kleinen
Mann von der Straße trifft, verlässt man als Zuschauer das Theater.
Eine sehenswerte Umsetzung
des Dramas “Top Dogs“.
Nadya Dilcher, HHO6
Top
Dogs auch Top-Aufführung?
Top Dogs - ein Stück von Urs Widmer,
das sich mit dem Thema der Entlassung von hoch bezahlten Managern in Führungspositionen
befasst.
Am 14.01.2008 wurde das Stück
„Top Dogs“ im Consol Theater in Gelsenkirchen-Bismarck aufgeführt. Die
Umsetzung des Stückes haben sich alle etwas anders vorgestellt, denn es wurde
nicht wie gedacht in Büroräumen aufgeführt, sondern in einem Boxring. Dies
irritierte zunächst die Zuschauer und man wusste nicht direkt, was der Boxring
mit dem Stück zu tun haben sollte. Nach einiger Zeit wurde dieser Aspekt auch
langweilig, da die Kulisse immer dieselbe blieb.
Nicht nur die Kulisse
irritierte, sondern auch die Aufführung an sich, da anstatt alte „Top Dogs“
junge „Top Dogs“ in den „Kampfring“ stiegen. So schnell wie aus alt
jung wurde, so schnell wurde auch aus der Schweiz Deutschland. Ein großes
Manko war, dass das Consol Theater nicht für eine solch große Aufführung
geeignet war. Es mussten zusätzliche Stühle aufgebaut werden, die dann leider
nur auf einer Ebene standen, und das hieß für diejenigen, die dort die Ehre
hatten Platz zu nehmen, eine schlechte Sicht zum Schaubild. Hinzu kam noch die
Aussprache der Schauspieler: Sie war leider oft unverständlich und man musste
sich die Zusammenhänge zusammenreimen. Man konnte das Stück bedauernswerter
Weise nicht richtig genießen, da die Schauspieler in den Rollen hin und her
gesprungen sind und man immer überlegen musste, welche Rolle gerade von wem
gespielt wurde. Dann kam noch hinzu, dass die Schauspieler nicht die Namen
aus dem Buch übernommen haben, sondern ihre eigenen Namen behielten. Dies
erschwerte die Zuordnung der Schauspieler zu den jeweiligen Rollen. Man wurde
nicht das Gefühl los, dass es wohl nicht genügend Geld für weitere
Schauspieler gab, denn an fehlenden Schauspielern kann es ja eindeutig nicht
liegen. Zudem kam noch hinzu, dass einige Kapitel ausgelassen wurden
und man sich nicht ganz an das Buch gehalten hat, was einige Handlungen unverständlich
und somit nicht nachvollziehbar machte. Trotz der kleinen, aber sicherlich
verbesserbaren Mankos, ist die Aufführung sehenswert.
Lisa Scholz, HHO6