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Das ESBK begrüßt seinen neuen Schulleiter, Herrn Hermann Gröning. Drei Zeus-Reporter ließen es sich nicht nehmen, ihn in einem Interview zu befragen.

 

Hatten Sie schon immer den Berufswunsch eines Lehrers?

 

Nein, wie man meinem Lebenslauf entnehmen kann, habe ich zunächst eine Ausbildung als Groß- und Außenhandelskaufmann absolviert. Doch die Begegnung mit meinen damaligen Berufsschullehrern, die häufig auch über den 2. Bildungsweg in den Lehrerberuf gefunden hatten, und die Erkenntnis, dass eine lebenslange Schreibtischtätigkeit als Sachbearbeiter nicht meinen Zukunftswünschen entsprach, haben mich motiviert, über den 2. Bildungsweg (Abendrealschule und Kolleg zur Erlangung der Hochschulreife) den Lehrerberuf anzustreben. Und heute bin ich froh, dass ich den schwierigen Weg gegangen bin.

 

 

Waren Sie vorher bereits an anderen Schulen und welche Unterschiede konnten Sie feststellen?

 

Ja, ich habe meine Lehrerlaufbahn als Referendar an den berufsbildenden Schulen in Herten begonnen. Nach dem Referendariat habe ich lange Zeit als Lehrer am Berufskolleg Warendorf gearbeitet. Von dort bin ich als stellvertretender Schulleiter an die Kaufmännischen Schulen in Ibbenbüren gewechselt.  Und nun führt mich mein Weg zurück ins Ruhrgebiet nach Gelsenkirchen. Das Eduard-Spranger-Berufskolleg liegt nur wenige Kilometer von der ehemaligen berufsbildenden Schule in Herten entfernt.

 

 

Wie lange üben Sie Ihren Beruf schon aus, und bereitet er Ihnen auch heute immer noch Freude?

 

Den Beruf übe ich seit 27 Jahren aus. Er hat mir über all diese Jahre immer Freude bereitet, und ich hoffe, mir diese Freude am Beruf auch noch einige Jahre zu erhalten.  

 

 

Haben Sie auch andere Berufe während ihrer Laufbahn ausgeübt?

 

Ja, sicher. Wie schon erwähnt begann meine berufliche Laufbahn im Alter von 15 Jahren mit einer Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann. Während des Besuchs der Abendrealschule arbeitete ich als Verwaltungsangestellter beim Rheinisch-Westfälischen Technischen Überwachungsverein (TÜV). Und während des Studiums habe ich hin und wieder in der Verwaltung beim Caritasverband Recklinghausen Aufgaben übernehmen können.

 

 

Gibt es in den Generationen vor Ihnen oder in der engeren Familie ebenfalls Personen, die Berufe im Schulwesen ausübten bzw. ausgeübt haben?

 

In den vorherigen Generationen gab es keine Lehrer in der Familie. Mein Opa war als Bergmann und als Nebenerwerbslandwirt tätig. Mein Vater war Bergmann, meine Mutter hatte eine Ausbildung im Einzelhandel.  Ich bin das älteste von vier Kindern. Nur meine Schwester hat auch den Weg in die Schule gefunden und ist als Lehrerin für Deutsch und Englisch an einem Berufskolleg tätig.

 

 

Welche Verbindungen haben Sie zum Ruhrgebiet?

 

Die ersten 35 Jahre meines Lebens habe ich im Ruhrgebiet verbracht. Ich bin in Recklinghausen geboren worden und habe viele Jahre in Recklinghausen und Marl gelebt. In Marl habe ich meine Ausbildung gemacht. In Essen habe ich das Ruhrkolleg besucht, außerdem war dort der TÜV ansässig, bei dem ich als Verwaltungsangestellter gearbeitet habe. Studiert habe ich in Bochum. Das Referendariat absolvierte ich in Herten. Das Ausbildungsseminar war in Gelsenkirchen in der damaligen Metallberufsschule angesiedelt. Noch heute leben Eltern, Schwiegereltern, Schwägerin und Schwester in Marl. Ein Bruder lebt in Recklinghausen. Außerdem bin ich viele Jahre Mitglied im Berufsbildungsausschuss der IHK Nord-Westfalen, zu deren Einzugsgebiet auch der Kreis Recklinghausen und die Stadt Gelsenkirchen gehören. Sie sehen, der Kontakt zum Ruhrgebiet ist eigentlich nie abgerissen.

 

 

Würden Sie Ihren Alltag als stressig bezeichnen oder haben Sie noch genug Zeit für Familie und Hobbies?

 

Der Lehrerberuf ist ein Beruf, der viel Engagement und Zeit erfordert. Man kann die Lehrerarbeitszeit nicht mit einer Stechuhr erfassen, denn die Aufgaben eines Lehrers gehen weit über den Unterricht hinaus. Aber dies ist nicht gleichbedeutend mit Stress. Natürlich wird man als Lehrer während der Unterrichtswochen zeitlich stark in Anspruch genommen, dann muss man schon mal auf familiäre Unternehmungen verzichten. Hier kann kluges Zeitmanagement verhindern, dass man von der Arbeit aufgefressen wird.  Aber ich muss auch zugeben, wenn Sie meine Frau fragen, wird sie Ihnen eine leicht abweichende Antwort geben.

 

 

Gehen Ihre Kinder in die gleiche Richtung bei der Karriereplanung oder bewegen sie sich auf einem ganz anderen Weg?

 

Sowohl meine Tochter als auch mein Sohn haben  - vielleicht auch mit Blick auf die oben angesprochene Belastung eines Lehrers – Überlegungen in diese Richtung weit zurück gewiesen. Meine Tochter hat eine Ausbildung als Mediengestalterin Bild und Ton absolviert und mein Sohn studiert Biologie, aber ausdrücklich nicht fürs Lehramt.

 

 

 

Haben Sie verborgene Talent?

 

Nein, ich bin kein Kandidat für DSDS. Ich lese gerne und viel, ich betreibe auch gerne Sport. So habe ich früher sehr viel Fußball und Badminton gespielt, in kollegialen Sportgruppen aber auch Basketball oder Volleyball. Meine Versuche, auf der Blockflöte Virtuosität zu erreichen, habe ich schon recht früh eingestellt.

 

 

Wie gefällt es Ihnen bei uns an der Schule, und welchen Wunsch haben Sie für die nächsten Jahre und die Schule?

 

Ich bin sehr offen und warmherzig aufgenommen worden, deshalb gefällt es mir hier sehr gut. Man bringt mir einen großen Vertrauensvorschuss entgegen, und ich hoffe, dass ich den hohen Erwartungen gerecht werden kann. In den nächsten Jahren möchte ich mit allen am Schulleben Beteiligten am „Haus des Lernens“ weiterbauen, damit die Schülerinnen und Schüler am Eduard-Spranger-Berufskolleg die für ihre berufliche Zukunft notwendigen Qualifikationen erwerben und teilhabende Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werden können, die ihren Beitrag zur Zukunftssicherung unserer Gesellschaft leisten. Da das Lernen nur in einem angemessenen Umfeld gelingen kann, wünsche ich mir für die Schule die dafür notwendigen Ressourcen.

 

 

Wären Sie eher für einen kollegialen oder autoritären Erziehungsstil der Lehrer?

 

Ich bevorzuge nicht nur für das Schüler-Lehrer-Verhältnis den respektvollen Umgang miteinander, der getragen wird von einer gegenseitigen Wertschätzung. Wenn Lehrer und Schüler sich wertschätzend begegnen, stellt sich die Frage nach dem Führungsstil kaum noch. Schüler dürfen aber konsequentes und transparentes Lehrerverhalten nicht mit autoritärem Verhalten verwechseln. Ein Lehrer, der konsequent und nachvollziehbar handelt, fördert und fordert, der übt in großem Maße Wertschätzung.          

 

Lieber Herr Gröning, vielen Dank für das aufschlussreiche Interview und alles Gute an Ihrer neuen Schule. Dies wünschen Ihnen die drei „Zeus“-Reporter

 

Chantal Dudziak, Dana Teisakowski, André Bigga, Klasse: AH11A