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„Ich will nicht, dass ihr weint.”

„Trotzdem lohnt es sich für jede Sekunde zu kämpfen, man sollte die Hoffnung nie zu früh aufgeben." Das sind die letzen Worte der 16-Jährigen Jenni aus Wassenberg, die sie in ihrem Tagebuch - „Ich will nicht, dass ihr weint“ - festhielt.

 

Und sie hat gekämpft, gegen den Krebs, der ihr junges Leben zerstörte.

 

Vor 6 Jahren wurde bei Jenni ein Tumor an der Halswirbelsäule festgestellt und sie bekam die schockierende Diagnose „Krebs“. Während Jenni 14 Monate lang gegen den Krebs kämpfte, schrieb sie ein Tagebuch, in dem sie all ihre Emotionen und den Verlauf der Krankheit festhielt.  

Eigentlich wollte sie es selbst veröffentlichen, jedoch kam ihr die Krankheit zuvor. So erfüllten ihre Eltern ihr den letzen Wunsch und veröffentlichen das unveränderte Tagebuch.

 

Ihre Eltern, Maria-Anna Cranen (57) und Hans-Josef Cranen (56), besuchten am 08. Mai zwei Klassen des Eduard-Spranger-Berufskollegs, eine Klasse Medizinischer Fachangestellter und eine Klasse mit Einzelhandelskaufleuten, die sich im Rahmen ihres Deutschunterrichtes zusammen mit ihrem Lehrer Dr. Ansgar Wolff mit dem Tagebuch von Jenni beschäftigt haben. Vor diesen beiden Klassen berichteten die Eltern von Jenni in bewegenden Momenten von ihrer Tochter, ihren Gefühlen, Erlebnissen, Gedanken - über das Sterben, den Tod…

                                                                                                                                                                             Bereits im Frühjahr 2003 klagt Jenni über Rückenschmerzen, jedoch wird die endgültige Diagnose erst im September gestellt. Obwohl die Nachricht alle erschüttert, hat insbesondere Jennis Mutter den Ernst der Lage anfangs nicht erkannt. Ihr erster Gedanke ist vor allem: die Arbeit, die nun auf die gesamte Familie zukommt. Doch schon nach 6 Wochen teilen ihnen die Ärzte mit: Der Tumor ist größer geworden! Trotz vieler Chemotherapien und Operationen bringt die Schulmedizin nicht immer den erwünschten Erfolg, doch die Hoffnung ist allgegenwärtig und es wird nach jedem Strohhalm gegriffen.

 

Die Schmerzen waren für Jenni das Schlimmste. An manchen Tagen konnte sie weder Arme noch Beine bewegen, obwohl sie bei klarem Verstand war.

 

Ihre Stimme war nur noch sehr leise und kränklich, ganz anders als gewohnt, sogar die Nahrungsaufnahme war nicht mehr möglich.

In dieser Zeit halfen ihr nicht nur die Eltern, sondern auch Jennis damals 19-jähriger Freund Thomas stand ihr bei.

Als Jenni wusste, dass sie den Kampf nicht gewinnen wird, wünschte sie sich die letzen Tage bei ihrer Familie zuhause zu verbringen, und dieser Wunsch wurde ihr auch erfüllt. Sie begann den Tod zu akzeptieren…

Als Jenni in der Nacht zum 16. November 2004 sehr unruhig schlief und morgens die Worte „Mama, Papa, Hilfe." mit glasklarer Stimme sagte, war den Eltern noch nicht klar, dass dies nun der Abschied gewesen ist.

Um 8:10 Uhr nahm sie noch einmal tiefe Atemzüge und schlief ruhig ein.

Obwohl inzwischen 6 Jahre vergangen sind, sprechen sowohl der Vater und auch Thomas nicht viel über Jennis Tod. Aber es ist den Eltern ein Anliegen, jungen Menschen zu sagen: Lauft nicht vor denen, die eine schwere Krankheit haben, weg. Besucht sie, geht auf sie zu. Das Schlimmste für Jenni war, dass Freunde wegblieben, sie alleine gelassen wurde. Und, so sagen die, lauft auch nicht vor dem Tod davon, beschäftigt euch mit ihm, denn er gehört zum Leben.

 „Ich will nicht, dass ihr weint und um mich trauert, sondern mit einem Glas Sekt darauf
anstoßt, dass ich nun endlich alles überstanden habe und keine Schmerzen mehr
ertragen muss. Denkt nur daran, dass es mir gut geht, und vergesst das Trauern." Das war Jennis Vermächtnis.

Wie Jenni es wollte, kann man das unveränderte Tagebuch bei ihrer Mutter Maria-Anna Cranen erwerben, wobei der Erlös an die Kinderkrebshilfe gespendet wird.

 

Sie haben schon 46.000 € spenden können und damit einen weiteren Wunsch von Jenni erfüllt. Außerdem wird die Kinderkrebsstation des Uniklinikums Aachen sehr gelobt.

 

Jenni bekam dort jede Hilfe und das gesamte Team tat alles dafür, dass es ihr gut ging. Die Zusammengehörigkeit zwischen Ärzten und Kindern ist bewundernswert.

 

Zurzeit werden dort sogar noch die Räumlichkeiten für die erkrankten Kinder verschönert und sorgen somit dafür, dass man sich ein Stück zuhause fühlen kann.

 

Kontaktadresse:

Maria-Anna Cranen

Am Heidehof 10

D-41849 Wassenberg

Tel.: 02432-3496

Fax.: 02432-9070828

Mail: cranen@t-online.de

Homepage: http://www.crazyjenni.de/  

 

 

 

Von: André Bigga, Chantal Dudziak, Dana Teisakowski, Klasse: AH 11A, Eduard-Spranger-Berufskolleg