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Genauigkeit ist Menschlichkeit oder Mit klarem Blick fürs Wesentliche ...

Auch beim intensivsten Schulbetrieb: Jeden Einzelnen wahrnehmen und dabei das Ganze nicht aus dem Blick verlieren – Studiendirektor Klaus Goerick geht Ende Januar in den Ruhestand.

Nach dem gefragt, was er den jungen Kolleginnen und Kollegen mit auf den Weg geben möchte, antwortete Herr Goerick: Man müsse grundsätzlich als Lehrerpersönlichkeit authentisch bleiben.  Die Schüler spürten intuitiv innere Zuwendung und echte Anteilnahme, dies sei die Voraussetzung für erfolgreichen Unterricht.

So beschrieb er auch seinen Unterrichtsstil als einen sehr beweglichen Stil, er sei immer zu den einzelnen Schülern gegangen und habe nicht lange vorne am Pult ruhig gesessen. Nicht sitzen, sondern jeden einzelnen Schüler bewusst wahrnehmen, dies  erfordere hohe Aufmerksamkeit und gleichzeitig habe ihm diese tägliche Auseinandersetzung mit den verschiedenen Schülerpersönlichkeiten auch die Kraft für seine Arbeit gegeben.

In den Ferien sei er dann auch in Bewegung geblieben und habe Berge in den Alpen bestiegen und lange Wanderungen unternommen. Die bei diesen Unternehmungen gewonnene Erfahrung  mit der Verlässlichkeit guter Freunde sei auch eine der besonderen Eigenschaften der Arbeit mit den Kolleginnen und Kollegen am Eduard-Spranger-Berufskolleg: Die hohe Kooperations- und gegenseitige Hilfsbereitschaft sei etwas ganz Besonderes gewesen

So war er  zusammen mit dem Schulleiter Herrn Katzmarzik, den Kollegen Fallböhmer und Weigel an einem mehrjährigen Projekt in Russland beteiligt, dort wurde der „Ökonomische Referent“ als neuer Ausbildungsberuf entwickelt und eingeführt. Vier Monate  dauerte ein  Projekt mit einer katholischen Schule aus den Philippinen. Zusammen mit Kollegen  organisierte Herr Goerick das Praktikum der Ordensfrauen am Eduard-Spranger-Berufskolleg. Dieser Besuch sei eine große menschliche Bereicherung gewesen, vor allem auch durch die Einbindung der Familien der Projektbeteiligten.

Nicht nur grenzüberschreitende Projekte, sondern auch heimische Pilot-Projekte leitete Herr Goerick. Er  war Koordinator im „Modellversuch Lernbüro“, in dem die Schüler als Mitarbeiter fungierten und in einem Modellunternehmen mit Anschluss an den Ring der Deutschen Übungsfirmen reale Geschäftsvorgänge simulierten. Das Lernbüro repräsentierte ein erstes überzeugendes Gesamtkonzept der Handlungsorientierung.

Als Geschäftsführer von „Kolorit“, einem Modellversuch der Bund-Länder-Kommission, leitete Herr Goerick an unserer Schule die Geschäftsstelle des Modellversuches als  Außenstelle der Bezirksregierung Münster. Unter wissenschaftlicher Begleitung wurde die Kooperation der Lernorte im Bereich neuer Informationstechnologien untersucht. Zuletzt koordinierte er die Projektgruppe „Zubilis“ (Zukunft Bildung im Strafvollzug), zudem ist er schon viele Jahre Mitglied im Landesprüfungsausschuss für die Zweite Staatsprüfung.

Bevor er 1971 in den Schuldienst eintrat, hatte er schon mehrere Jahre als Betriebswirt in der Stabsstelle eines Großunternehmens gearbeitet. Den Schritt von der freien Wirtschaft in den Lehrerberuf hat er nie bereut. „Es war vom ersten bis zum letzten Tag interessant“, so seine Worte. Sie sind für uns eine Ermutigung.