
Wolfgang
Becker, StD
Ein großer Kollege – nicht nur wortwörtlich, sondern auch im übertragenen
Sinne – hat sich am Freitag, dem 3. August, mit einer Feier vom Kollegium
verabschiedet. Dies kam vor allem in den Dankesworten unseres Schulleiters zum
Ausdruck und auch im langen Applaus
des Kollegiums, als sich Herr Becker selbst in einer sehr persönlichen
Ansprache von allen verabschiedete.
Herr Becker hatte bereits im Juni 2006 inoffiziellen Abschied vom
Kollegium nehmen müssen, weil ihm eine ernsthafte Augenerkrankung die
Weiterarbeit unmöglich machte. Daher handelten seine Abschiedsworte ans
Kollegium nicht nur von der beinahe 36jährigen Dienstzeit, sondern auch von den
Herausforderungen, die die neuen Lebensumstände mit sich bringen.
Dass Herr Becker auch diese
neuen Herausforderungen mit Geschick, Mut und Ausdauer bewältigen würde,
das stellte der Schulleiter in seiner Rede in den Vordergrund, als er die
Leistungen Herrn Beckers würdigte und ihn einen „pädagogischen
Verwaltungsdirektor“ nannte, ein Ausdruck, der viel besser als die offizielle
Dienstbezeichnung die gesamte Bandbreite seines Wirkens umfasst.
Herr Becker habe sich
immer in den Brennpunkten pädagogischer und administrativer Arbeit bewegt, und
zwar als Bildungsgangleiter der Handelsschule, als Stundenplaner, als
Verantwortlicher für Zeugnisschreibung und Statistik und nicht zuletzt als
Mitglied der erweiterten Schulleitung. Und auch sein Temperament und seine
Charakterstärke haben das Miteinander in der Schule gestärkt.
Die Tätigkeit als Lehrer für
Mathematik umschrieb der Schulleiter auch mit dem Bild des Wünschelrutengängers,
der mit Intuition und einem sicheren Gespür für seine Schülerschaft auf dem pädagogischen
Feld Erfolge erzielt. Herr Becker selbst beschrieb seine Arbeit als Pädagoge
anschaulich, als er erwähnte, wie oft ihn die Schüler nach Stundenende
umlagerten, um sich ihm mitzuteilen oder seinen Rat (nicht nur als
Mathematiklehrer) einzuholen.
Professionalität, die immer den Menschen als einmalige Persönlichkeit im
Blickpunkt hat, das ist es, was Herrn Becker auszeichnete und was er den jüngeren
Kollegen als Orientierung für ihre Arbeit an der Schule in seinen
Abschiedsworten mitgegeben hat. Den höchstpersönlichen eigenen Stil finden –
wir wünschen Ihm dies auch für seinen Ruhestand.

Bernd
Weigel, OStR
Zum Ende des Schuljahres 2006/07 hat Herr Weigel die Schule verlassen und
seinen Ruhestand angetreten, mit einer Fahrt ins Engadin, wie er uns bei
seiner Verabschiedungsfeier am 20. Juni erzählte. So setzt er eine Tradition
fort, denn er fuhr wie fast jeden Sommer zur Erholung erst einmal in ein
einsames Bergdorf, wo er, wie er scherzhaft hinzufügte, erst einmal seine Ruhe
habe und nicht so viele Leute um sich herum.
In den 31 Jahren seines
Berufslebens, die Herr Weigel am Eduard-Spranger-Berufskolleg verbracht hat, war
er jedoch intensiv mit den „Leuten um sich herum“ verbunden, nicht nur im
Berufsalltag, sondern auch im Rahmen der Kooperation mit einer Moskauer Schule,
im Modellprojekt „Kolorit“, im
„kleinsten Autohaus der Welt“ und im Lernbüro. Herr Weigel hat schwerpunktmäßig
die Fächer BWL mit Rechnungswesen, VWL und Infowirtschaft unterrichtet und
wirkte in den verschiedensten Bildungsgängen.
Auf die Frage hin,
welche Pläne er für die Zukunft hat, erfuhren wir, dass er das Interesse für
Russland auch nach dem achtjährigen Schulprojekt beibehalten hat und das
riesige Land gerne einmal mit der Transsibirischen Eisenbahn durchqueren möchte.
Was ihm am meisten fehlen wird im Ruhestand, seien seine Kollegen, mit denen
zusammen er nicht nur das Schulleben gestaltete, sondern auch Radtouren machte
oder den einen oder anderen Gipfel im
Hochgebirge bezwang. Auch an viele nette Schülerinnen und Schüler denkt er zurück,
die ihn, wie er sagt, hoffentlich nicht als „Pauker“, sondern als Helfer bei
schulischen und persönlichen Problemen registriert haben.
Und donnerstags den
Lehrersport, den vermisse er auch. Wie wäre es, Herr Weigel, wenn Sie eine
Ehemaligen-Hobbysport-Truppe ins Leben riefen?